Dienstag, 30. August 2016

Raimundus Lullus - Dialog mit den Wissenschaften - Dialog der Religionen (aktualisiert)

Zum 700. Todestag
Frankfurter Buchmesse 2015


Der Mallorquiner Ramon Llull (1232-1316), so sein katalanischer Name (mittelalterliche Schreibweise: Lull oder Lullus), gehört zu den faszinierendsten, genialen, aber durchaus auch ambivalenten Gestalten auf der Bruchlinie zwischen Christentum und Islam, die sich auch durch seine Heimat zog, die Insel Mallorca. Llull gehört zur ersten Generation derer, die wieder eine christliche Herrschaft auf dieser Mittelmeerinsel erlebten.
Aber was noch wichtiger ist: Überzeugt vom christlichen Glauben als wahrem Heilsweg, sieht er die Möglichkeit, über durch Vernunft gelenkte Diskurse mit Menschen anderen religiöser Traditionen diese zu der Wahrheit des christlichen Glaubens hinzuführen. Hinter dem Gottesglauben von Juden und Muslimen, sieht er nämlich den einen Gott, der die ausgeformten Religionen übersteigt. Damit gehört er zu den ersten christlichen Theologen überhaupt, die sich auf einen ehrlichen Dialog mit dem Islam einlassen. Er wagt es denkend zu argumentieren, dass Juden, Christen und Muslime an den einen Gott glauben, dass sie der gemeinsame Monotheismus trotz aller Unterschiede verbindet. Allerdings möchte er dies mit Hilfe der Trinität als hermeneutischem Kriterium nachweisen. Das zeigt sein christliche Missionsintention, aber auch die konsequente Ablehnung von Gewalt und Zwangsbekehrung von Muslimen, die er ja auf Mallorca unmittelbar erlebte. Gleichzeitig lässt sich eine Aktualität des Dialogisierens entdecken, zumal gerade heutige Theologen wie Raimon Panikkar und Jürgen Moltmann diesen Versuch unter heutigen Bedingungen wieder aufnehmen.
Die Mitarbeiterin am Institut für Ökumenische Forschung in Tübingen, Annemarie Mayer hebt mit der Zielrichtung ihrer Arbeit genau auf dieses interreligiöse Interesse ab und sieht in der Diskussion Llulls um die Eigenschaften Gottes, wie sie Juden, Christen und Muslime sehen, die Chance nicht nur eine theologiegeschichtliche Habilitation zu schreiben, sondern einen Beitrag zu einem fundierten interreligiösen Diskurs der Abrahamsreligionen, um damit „eine Auseinandersetzung mit der Position Lulls vor dem Hintergrund der Gegenwartstheologie“ (S. 41) zu leisten. Dieser dialogischen Ansatz wird nun schwerpunktmäßig an Lulls „Buch vom Heiden und den drei Weisen“ / Llibre del gentil e dels tres savis ( = Heide, Jude, Christ, Sarazene/Muslim) durchgespielt, indem nicht einfach die Eigenschaften Gottes im Christentum, Judentum und Islam referiert werden, sondern so, dass das „Dass“ und das „Wie“ der Existenz Gottes in verschiedenen Glaubensaussagen, damit auch an den jeweiligen Glaubensbekenntnissen der drei Religionen, geprüft wird. Die fast raffinierte hermeneutische Methode Llulls besteht nun darin, Substanz-Aussagen nicht als endgültig zuzulassen, sondern die Eigenschaften Gottes in ihre jeweiligen Relationen – und das heißt auch, in den betreffenden Weltbezug zu setzen. Der „arabische“ Christ Llull versucht auf diese Weise die anti-trinitarische Argumentation im Islam auszuhebeln, ohne in anti-islamische Polemik zu verfallen.
Nachdem Annemarie Mayer den unterschiedlichen Ebenen von Eigenschaften und Existenz Gottes in Llulls Argumentation sorgfältig nachgegangen ist und auch die verschiedenen, oft genug abweichenden Äußerungen von Llull-Forschern miteinander verglichen hat, stellt sie die Frage, ob Juden, Christen und Muslime an denselben Gott glauben:
„Lull beantwortet diese Frage zwar mit Ja. Er nimmt nicht verschiedene Monotheismen in Judentum, Christentum und Islam an. Allerdings geht er dennoch von erheblichen Unterschieden im Gottesbild dieser drei Religionen aus: Lulls Gott, der christliche Gott, ist Person und handelt. Trifft dies auch auf Allah und Jahwe zu? Laut Lull insofern nicht, als im Islam und Judentum Gott die Momente des Mitseins und der Relationalität fehlen! Der trinitarische Gott offenbart sich (auch in der Schöpfung) und ist mit der Welt solidarisch … Der Vorwurf Lulls an die anderen beiden Religionen lautet: In ihrem Gottesdenken sei Gott nicht ab aeterno gut, da er vor der Schöpfung nur als potentiell gut gedacht werde; das bonum müsse aber immer diffusum sui sein, da dies sein Wesen ausmache“ (S. 415).
Das heißt doch nichts anderes, als dass Gott mit seinen verschiedenen Eigenschaften logischerweise konsequent nur trinitarisch sein kann. Juden und Muslime berücksichtigen zu wenig, dass die Wesenzüge Gottes sich in seiner Offenbarung (als relational) realisieren. Diese Argumentation sichert Llull über die Seinslehre (Ontologie) ab und verbindet die Frage nach dem Heil mit der religiösen Wahrheit, die einzig und nicht vielfältig ist. Den damit eigentlich unvermeidlichen Konflikt mit dem Islam und dem Judentum entschärft er dadurch, dass er Wahrheit auch in anderen Religionen erkennen kann, ähnlich wie schließlich im 20. Jh. das 2. Vatikanische Konzil argumentierte.
Historisch sei angemerkt, dass Llull selbst unter dem König Jaime II. erreicht hatte, dass 1276 an der Westküste Mallorcas, in Miramar, ein Kolleg errichtet wurde, in dem die Mönche orientalische Sprachen lernten und mit den Bräuchen anderer Völker vertraut gemacht wurden, um sie schließlich zum Christentum durch Überzeugungskraft zu bekehren. Dazu schrieb er ein praktisch-theologisches Programm, die „Ars Magna“, in der die Grundpositionen des Llibre del gentil wieder auftauchen.
Annemarie Mayer bestätigt im Grunde mit ihrer Arbeit, dass Llulls religions-ökumenische Theologie darin gipfelt, allen Menschen das Beste dieser und jener Welt anzubieten, so wie es Christus von Gott her gelehrt hatte. Er entwickelte von daher nicht nur eine mögliche Umorganisation der Kirche und des Vatikans, sondern auch Gedanken einer Weltkonferenz für den Frieden, eines überstaatlichen Gremiums, das die moralische Kraft und Qualität hätte, den Weltfrieden zu sichern. In diesen Überlegungen spiegeln sich bereits Gedanken eines Parlaments der Weltreligionen (CPWR,) wie dies 1893, dann 1993 jeweils in Chicago, 1999 in Kapstadt und schließlich 2004 in Kataloniens Hauptstadt Barcelona praktisch wurde. Mission und Bekehrung der Andersgläubigen blieb zwar weiterhin Llulls Ziel, allerdings ohne die Anwendung von Gewalt, allein durch das dialogische Gespräch. Dieses ist darum möglich, weil nach Llulls Auffassung Christen, Muslime und Juden menschlich auf derselben Ebene stehen und sich darum ganz frei mit dem Heilsangebot in Jesus Christus auseinandersetzen können.
Für diese umfassende und sorgsam – gerade auch an den katalanischen Quellen – recherchierte Habilitation kann man im Blick auf das heutige interreligiöse Gespräch nur dankbar sein, sieht man doch trotz aller theologischen Polemik und Verurteilungen eine Linie des Dialogischen seit dem Mittelalter bis in die Gegenwart wirken, und zwar auf der Ebene des Respekts auf der Basis unbestrittener gleichwertiger Menschlichkeit, welcher Religion auch immer die Gesprächspartner angehören mögen. Dies hat Annemarie Mayer an Ramon Llull deutlich herausgehoben.

WEITERFÜHRENDES
  • Ramon Llull - 700 Jahre: 1316 - 2016
    Liebender und Geliebter (SZ online, 29.08.2016)
  • Ramon Lull: Buch vom Heiden und den drei Weisen.
    Freiburg u.a.: Herder 1986 - mit Kommentaren vonRaimon Panikkar, Anthony Bonner, Charles Lohr, Hermann Herder.  
  • Ramon Llull: Buch vom Heiden und den drei Weisen. Stuttgart: Reclam 1998
     Rezension in der FAZ, 14.08.1998  
  • Lulle et la condamnation de 1277. La Déclaration de Raymond écrite sous forme de dialogue. Louvain-La-Neuve, Leuven, Paris 2006.
  • Amador Vega: Ramon Llull y el secreto de la vida
    (Llull und das Geheimnis des Lebens). Madrid: Siruela 2002
    Der Religionsphilosoph A. Vega (Barcelona) beschreibt Ramon Llull unter drei Gesichtspunkten: Geheimnis des Lebens (Konversion, Studium, Kontemplation, Botschaft), Weisheit und Kompassion und Durchbruch zu einer "Alchemie der Sprache."
  • Einführung zu Ramon Llull mit Literaturhinweisen:
    Reinhard Kirste: Spuren einer größeren Ökumene. Ramon Llull und Mallorca. In Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka (Hg.):  Hoffnungszeichen globaler Gemeinschaft. Religionen im Gespräch Bd. 6 (RIG 6): Balve: Zimmermann 2000, S. 390-395.
    Download als PDF-Datei: hier
  • Itinerarios Históricos en las Islas Baleares
    im Zusammenhang von Conquista y Reino Privativo ---
    La Ruta de Ramon Llull

Reinhard Kirste
Rz-Averroes-Llull, 24.03.08,
bearbeitet 26.10.2015 und 30.08.2016

Montag, 22. August 2016

Die Stiftung "OMNIS RELIGIO"

Mit der Gründung der privaten unabhängige Stiftung „Omnis Religio" ( = Religion in ihrer Gesamtheit - "alle Religion[en]) im Jahre 2003 eröffnete sich die Möglichkeit, die interreligiöse Arbeit durch entsprechende Förderungen zu verstärken. Sie wurde von Karin und Reinhard Kirste gegründet. Die Stiftung versteht sich als Beitrag zur Verbesserung des Verstehens zwischen den Religionen und Kulturen. Die Initiatoren hoffen auf diese Weise, Fremdheit und  Abgrenzungsmentalität zwischen unterschiedlich denkenden und glaubenden Menschen abzubauen.

Ziele und Förderungskriterien

Gemäß der Satzung von „Omnis Religio“ werden als Intentionen „die Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf den Gebieten der Kultur, insbesondere der Religionen und Weltanschauungen, und des Gedankens der Völkerverständigung“ genannt.

Der Stiftungszweck
wird insbesondere verwirklicht durch:

  • Unterstützung konkreter interreligiöser Projekte, und zwar im Bereich von Schule, Hochschule, Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeit und Erwachsenenbildung.
  • Vorstand und Kuratorium wählen die Projekte selbst aus, prüfen allerdings auch Empfehlungen, die von anderer Stelle kommen. Sie beschließen die jährliche Projektförderung. Der Gedanke der Nachhaltigkeit eines Projekts ist bei der Bewertung für die Förderung entscheidend.
Die Stifter erhoffen sich durch dieses Vorhaben, dass der Gedanke der Gleichwertigkeit in der Begegnung von Religionen größere Breitenwirkung gewinnt.
So gilt für die Stiftung das Motto des Dortmunder Theologen und Religionswissenschaftlers Paul Schwarzenau (1923-2006):

„Alle Religionen bedürfen einander, nicht nur in ihren Gemeinsamkeiten, sondern auch in ihren Unterschieden, durch die sie einander ergänzen. Wir sollen in der eigenen Religion daheim und in der anderen Gäste sein, Gäste - nicht Fremde.“


Vorstand von „OMNIS RELIGIO“
  • Dr. Reinhard Kirste, Nachrodt (Vorsitz)
  • Karin Kirste, Nachrodt (stellv. Vorsitz)
  • Prof. Dr. Eckhard Freyer, Bonn
 Kuratorium
  • Dr. Reinhard Kirste, Nachrodt
  • Karin Kirste, Nachrodt
  • Achim Riggert, Schwerte
  • Mehmet Soyhun, Dortmund
  • Sascha Göddenhoff, Herne
Bisher geförderte Projekte der Stiftung seit 2005: hier 

Sonntag, 21. August 2016

Galater 5,1-6: Chancen für Gerechtigkeit - Zeichen der Freiheit

I.  Homiletische Vorüberlegungen

Galater 5,1-6 (mit V. 13-16) hat für die Entwicklung von Luthers Rechtfertigungslehre eine große Rolle gespielt. Die exegetischen und theologiegeschichtlichen Bezüge sind aber für eine Übertragung in die heutige Zeit relativ kompliziert, gerade wenn man das "Reformationsjubiläum" 1517/2017 mit bedenkt. Das zeigen die wichtigen Stichworte dieses Textes:

Der Begriff Beschneidung gehört nicht zum geläufigen Vokabular der meisten ZuhörerInnen einer Predigt. Darum möchte ich ihn als Symbol bestimmter Zwänge zu Erfolg und Glück aktualisieren. Man mus darum auch nicht die Problematik der galatischen Gemeinden aufnehmen. Das junge Christentum, aus dem Judentum kommend, war herausgefordert, bestimmte jüdischen Riten zu überdenken, neu zu interpretieren oder gar abzuschaffen. Heute haben wir es in der Kirche oft mit leergelaufenen Riten  und Kulthandlungen zu tun, die eine "Beschneidung" herausfordern. Das wäre dann eine Beschneidung symbolischer Art. 

Die Problematik des Verhältnisses von Juden und Christen sollte man nicht der Beschneidungsfrage konkretisieren. Immerhin muss man von Gemeinden ausgehen, die selbst mit den biblischen Bezügen allgemein nicht mehr vertraut sind (geschweige denn mit der Anspielung auf  Hagar und Sara).  

Die Äußerungen des Paulus zur Freiheit Christi spielen im Zusammenhang der Rechtfertigungslehre eine wichtige Rolle. Dass Problem der Rechtfertigung taucht heute meist im Zusammenhang von Selbstrechtfertigungen auf. Da werden Fehler vertuscht, Pannen verschleiert, dementiert und gelogen, bis die Wahrheit dann doch mühsam und bröckchenweise an Land kommt. Luther dagegen rang mit der Frage: Wie kriege ich einen gnädigen Gott? Er erfuhr erst nach vielen Versuchen und inneren Kämpfen, dass er sich die Rechtfertigung vor Gott nicht verdienen konnte, sondern dass sie ein Geschenk bedingungsloser göttlicher Gnade ist. 

Vers 6 könnte der hermeneutische Schlüssel für eine Predigt sein,
in der sich diese Schwerpunkte bedenken ließen:
  • Die leergewordenen Riten beschneiden
  • Loslassen und frei werden, die Chance des Neuanfangs
  • Sich von der Liebe prägen lassen

II.  Predigtskizze zu Galater 5,1-6
Chancen für Gerechtigkeit - Zeichen der Freiheit
(23. Sonntag n. Trinitatis - auch Reformationsfest)

1.  Beschneidung der Riten
Was Paulus an die Gemeinden Galatiens schreibt, geht uns eigentlich nichts mehr an. Wir praktizieren die Beschneidung nicht mehr, wie es in der jüdischen Religion heute noch üblich ist und übrigens auch im Islam praktiziert wird. Mit diesem Thema haben wir also im Grunde nichts zu tun. Oder vielleicht doch in einem übertragenen Sinne? Könnte es nicht sein, dass wir eine Reihe unserer auch frommen Bräuche und Verhaltensweisen beschneiden müssten?
In vielen unserer Gemeinden hat sich ein Traditionalismus breit gemacht. Das ist eine Art, Neues außen vor zu lassen. Das Bestehende ist doch genug! Eine heutige Bedeutung von Beschneidung könnte aber heißen: Beschneidung unserer Riten, damit Neues wachsen kann, im Sinne von: lebendiger Liturgie, offenen Begegnungen in unseren Gemeinden gerade mit den Andersdenkenden! Veränderung tut dringend not, damit ein frischer Wind über die Patina unserer bisherigen Praxis weht.

2. Was ist Gerechtigkeit?
Auch wenn in dieser Gemeinde hier vielleicht alles noch zufriedenstellend läuft, sind doch die Risse und Knackpunkte in unserer Kirche unübersehbar. Es werden Strukturreformen durchgeführt. Sie haben eigentlich nur verwaltungstechnischen Charakter: Mehr Gemeindegliederzahlen pro Pfarrer, also größere Gemeinden und weniger Pfarrer, Einsparpotenziale suchen usw.
Aber noch größer sind die Probleme und die Risse in unserer Gesellschaft:
Unrecht, Brutalität, Gewalt gegen Ausländer, Flüchtlinge und Behinderte nehmen zu. Die derzeit beklagten Missstände unserer Gesellschaft sind allerdings Symptome einer tieferen Krise: Vielen geht es von Jahr zu Jahr wirklich schlechter, die Renten der nachwachsenden Generationen sind keineswegs sicher.     
Wenn wir Nachrichten hören und im Fernsehen schauen, geht es ständig um zunehmende Konflikte und Gewaltakte weltweit, um gesellschaftliche Veränderungen, Krise unserer Beziehungen, die Krise unserer Wirtschaft, das Auseinanderklaffen zwischen unermesslichem Reichtum der Wenigen und zunehmender Armut der Vielen, die Krise unserer Umwelt, das Versagen faktisch aller politischen Friedensbemühungen. All diese Krisen lassen sich weder wegreden, noch aussitzen. Was also ist zu tun, wenn im täglichen Miteinander wie der sog. großen Politik die Moral auf der Strecke bleibt?
Im Privaten wie Nationalen scheint sich gar ein neues Verständnis von Ungerechtigkeit durchzusetzen. In einem Schulgottesdienst haben es die Schüler einmal auf den Punkt gebracht: Gerechtigkeit ist, wenn es mir gut geht, Ungerechtigkeit ist, wenn es mir schlecht geht.

3.  Veränderung
Eine neue Fassade, ein neues Make up reichen wohl nicht. Auch die pfiffigste Werbeagentur und die tollsten Plakate werden die Krisen nicht wegzaubern. Martin Luther wäre mit der Reformation sicher gescheitert, wenn er sich nur an den üblen Tricks des Ablasshandels festgebissen hätte. Es ging ja nicht nur darum, dass man mit Geld seine Seele nicht freikaufen kann, sondern es ging und es geht um die Veränderung der Seelen und der Herzen. Da diese sich offensichtlich nicht zum Besseren ändern, scheint sich auch für die Gerechtigkeit keine neue Chance zu bieten.
Ein Rechtsanwalt hat mir einmal gesagt: "Was wollen Sie denn? Auch beim Gericht gibt es keine Gerechtigkeit, höchstens ein Urteil!" Also: Keine Chance für Gerechtigkeit?
Wenn dem so ist, muss, dann muss ein deutliches "Nein" die erste Reaktion sein. Nein zu den Hasstiraden gegen Ausländer, Nein zur Abschottungsmentalität gegen Flüchtlinge, Nein zur Konzentration unermesslichen Reichtums bei Wenigen, Nein zum Waffenhandel der Kriegsgewinnler auch bei uns.  Dazu gehört Mut, denn mit diesem Neinsagen sagen wir: Wir spielen nicht mehr mit! Das sieht fast nach zivilem Ungehorsam aus. Und gegen den Strom der allgemeinen Meinung zu schwimmen, steht nicht hoch im Kurs. Aber solche Tugenden brauchen wir, damit eine Reformation "an Haupt und Gliedern", wie man damals zu Luthers Zeiten gern sagte, stattfinden kann. Das gilt natürlich auch für die Kirche, die sich immer wieder reformieren muss: Ecclesia semper reformanda.

3. Neu anfangen
Dazu gehört natürlich auch, Fehler einzugestehen und die Chance des Neuanfangs zu wagen. Das scheinen die größten Hindernisse heute zu sein. Man muss natürlich fairerweise zugeben, dass Eingeständnisse von Fehlern und Schuld in unserer Gesellschaft nicht honoriert werden. Oft wird bis tzum letzten Augenblick gelogen! Irgendwie  wollen wir alle gut dastehen, ja, sehen uns gezwungen, besser als die anderen zu sein. Dabei wäre Courage im Alltag angebracht = wenn Menschen beschimpft oder ausgegrenzt werden. Jeder von Ihnen kennt sicher Beispiele. Gerade wenn wir angesichts des Unrechts und fehlendem Respekt vor dem Andern wegschauen, werden die zarten sensiblen Seiten unseres Menschseins beschnitten: Wir verkaufen unsere innere Unabhängigkeit.
Ein besonderes ermutigendes Beispiel von innerer Freiheit ist die Geschichte jenes Flüchtlings, der eine große Summe Geld fand und sie unverzüglich zur Polizei brachte …  

4. Die Freiheit, zu der Christus uns befreit hat
Wie sieht es bei uns Christen mit dieser Freiheit aus? Martin Luther ist nicht nur durch seine 95 Thesen von 1517, sondern unter anderem durch eine kleine Schrift von 1520 berühmt geworden: Von der Freiheit eines Christenmenschen .Dort schreibt er: "Ein Christenmensch ist ein freier Herr aller Dinge und niemandem untertan", aber er fügt hinzu: "Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.
Diese logisch nicht aufzulösende Widersprüchlichkeit hat aber eine tiefere Wahrheit in sich. Im Grunde haben wir sie alle schon erfahren: Wenn sich zwei Menschen wirklich lieben und gemeinsam ihren Lebensweg gehen, sieht es so aus, als verzichteten sie auf viel Freiheit. In Machomanier spottet man dann über das Joch der Ehe. In der Wirklichkeit der Liebe ist es aber genau umgekehrt: je mehr sich die beiden Liebenden aufeinander einlassen, und zwar auf Dauer, je mehr sie sich an den Partner binden, umso mehr geben sie sich frei und werden glücklicher.
Wenn wir schon im menschlichen Miteinander Freiheit aus liebender Hingabe erfahren, ist nicht einzusehen, warum die Freiheit, von der Paulus spricht, gänzlich anderer Natur oder ein neues Sklavenjoch sein sollte. Die Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, wird sich als neu geschenkte Lebensmöglichkeit herausstellen.
Wir brauchen also Orientierung. Sie kommt sehr schön in einem indianischen Gebet zum Ausdruck:
Wenn ich zurückschaue, bin ich mit Dankbarkeit erfüllt.
Wenn ich nach vorn schaue, bin ich von Vision erfüllt.
Schaue ich nach oben, bin ich von Stärke erfüllt.
Wenn ich in mich schaue, entdecke ich Frieden.
 
(Quero Apachen Gebet -
Vgl. Prayers and Meditations of the Quero Apache)

5.  Die Balance der Freiheit
Diese Freiheit ist ein geradezu himmlisches Angebot! Gott kommt ganz menschlich in seiner frei machenden Liebe zu uns, das heißt ganz konkret im Nächsten, wie das z.B. im Gleichnis  vom barmherzigen Samariter erzählt wird. Jede Begegnung heute und morgen kann zum Signal dafür werden. Achten wir auf solche Zeichen!  Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit brauchen eine menschenwürdige Balance.
Leider lässt sich diese Balance im Alltag oft nicht so schnell herstellen, wie hier in der Predigt gesagt. Aber sehen wir uns doch die Zeichen an, auf die wir selbst gewiesen werden, wie es Dostojewski gesagt hat: Liebe heißt, einen Menschen so sehen, wie ihn Gott gemeint hat. Hoffen wir, dass die Menschen, die uns begegnen, wenigstens etwas davon merken, dass wir von der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, angesteckt worden sind.


Besinnung als Predigtschluss
Wenn Christus euch befreit, dann seid ihr wirklich frei.
Wenn Christus euch Raum gibt, dann seid ihr nicht mehr in eure Enge verliebt.
Wenn Christus euch Luft zum Atmen gibt, dann habt ihr keine Beklemmungen mehr.
Wenn Christus euch aus dem Gefängnis eurer Selbstgerechtigkeit herausholt,
                                                                       dann weitet sich euer Horizont.
Wenn Christus euch befreit, dann seid ihr wirklich frei.
Wenn Christus euch Raum gibt, dann seid ihr nicht mehr in eure Enge verliebt.
Wenn Christus euch Luft zum Atmen gibt, dann habt ihr keine Beklemmungen mehr.
Wenn Christus euch aus dem Gefängnis eurer Selbstgerechtigkeit herausholt,
                                                           dann weitet sich euer Horizont.
Wenn Christus euch ruft, dann ergreift eure Befreiung.
Lasst hinter euch die Ängste, gegen den Strom zu schwimmen.
Lasst hinter euch die Lieblosigkeit, mit der ihr den anderen abschüttelt.
Lasst hinter euch den Neid, der eure Freundschaften vergiftet.
Lasst hinter euch den Zwang, immer besser als die anderen sein zu wollen.
Lass hinter euch die Schuld, die euch den Blick auf die Zukunft verstellt.
Lasst hinter euch die Schatten der Vergangenheit,
die euch die Gegenwart vermiesen und die Hoffnung verdunkeln.
            Weil Christus euch befreit hat,
            darum seid ihr wirklich frei.
                        Lasst euch nicht wieder fangen,
                        lasst euch nicht wieder beugen,
                        lasst euch nicht wieder zwingen.
Vielmehr: Mit dem Geschenk der Freiheit, befreit andere zur Liebe,
mit dem Verzicht auf eigene Rechthaberei wehrt ihr dem Unrecht.
Wo Christi Freiheit ausbricht, bricht sich Versöhnung Bahn.

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Gebet zum Thema
Herr, Jesus Christus, lass uns nicht zuerst danach fragen, was uns die Freiheit nützt,
sondern was sie uns anbietet,
lass uns das Geschenk deiner Freiheit annehmen,
damit wir es weitergeben,
damit Unterdrückte, Geängstigte und Verbitterte frei werden
von ihrer Unterdrückung, ihrer Angst und ihrer Verbitterung.
            Du hast uns Freiheit geschenkt,
            nicht damit wieder anfangen zu unterdrücken,
            nicht damit wir wieder anfangen, die Herren zu spielen,
            nicht damit wir riskieren, Gemeinschaft zu zerstören,
            sondern du hast uns Freiheit geschenkt,
            damit wir alle Formen der Unfreiheit aufdecken
            und zu Freiheit stehen, zu der du uns befreit hast.
Zur Freiheit gehört Mut.
Du selbst bist mutig den weg der Erniedrigung vorangegangen.
Dieser Mut hat dich das Leben gekostet,
aber uns die Freiheit gebracht,
die Freiheit von der Macht, die Freiheit von der Selbstgerechtigkeit,
die Freiheit hin zu Güte und Liebe.
Wir bitten dich,
gib uns den Mut, deine Freiheit durch unser alltägliches Leben zu bezeugen. Amen.

Reinhard Kirste

Relpäd/Gal 5,1-6-Predigtskizze, 20.08.2016  
 Lizenz: Creative Commons 




Freitag, 19. August 2016

Förderung interreligiöser Begegnung durch die Stiftung "OMNIS RELIGIO"




Diese Seite über die Stiftung "Omnis Religio" wurde überarbeitet.
Sie kann nun hier abgerufen werden.


Deutschsprachige Verlage: Religion(en), Multikulturalität und Dialog

Im deutschen Sprachraum haben sich in den letzten Jahren eine Reihe von Verlagen mit einem interreligiös offenen Schwerpunktprogramm einen Namen gemacht bzw. ihr Renommee weiter vertieft. So sind zu den verschiedenen Religionen, zu interreligiösen Begegnungen, zur interkulturellen Philosophie, zur Religionswissenschaft und zum religiösen Pluralismus wichtige Neuerscheinungen auf den Markt gekommen. Dies gilt sowohl für große, aber auch kleine und weniger bekannte Verlage (ohne Schulbuch-Verlage).
Hier eine Auswahl mit Möglichkeit zum aktuellen Programm-Download:


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Samstag, 13. August 2016

Materialien und Literaturhinweise: Theorie und Praxis der Religionen bei Krieg und Frieden (aktualisiert)

Materialübersicht
mit Literaturhinweisen und Downloads


LITERATURAUSWAHL

ACKLIN ZIMMERMANN, Béatrice / ANNEN, Franz (Hg.): Versöhnt durch den Opfertod Christi. Die christliche Sühnopfertheologie auf der Anklagebank. Edition NZN. Zürich: TVZ 2009
(theol 05/09-23515, Rz vorh.)

ARNOLD, Martin: Gütekraft. Gesamtstudie. 2011, 1015 S.
Ein Grundmodell der Wirkungsweise erfolgreicher gewaltfreier Konfliktaustragung nach Hildegard Goss-Mayr, Mohandas K. Gandhi und Bart de Ligt

BECK, Ulrich: Der eigene Gott. Friedensfähigkeit und Gewaltpotential der Religionen. Frankfurt/M.: Verlag der Weltreligionen im Insel-Verlag (Suhrkamp) 2009 (Religionen 01/09-23403, Rz-vorh)

BERNDT, Hagen: Gewaltfreiheit in den Weltreligionen. Vision und Wirklichkeit. Mit einem Vorwort von Theodor Ebert. GTB 722. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 1998 (Frieden 11/98-7402)

BÖHM, Günther u.a.: Religion im Sekundarbereich II. Zugänge – Entfaltungen – Perspektiven. Neubearbeitung. Hannover: Schroedel 1993, 5. Aufl., S. 143-152 = Kapitel 2, Perspektiven: Krieg und Frieden
(intpäd 09/04-13268a)

BRUCKNER, Karl: Sadako will leben. Wien / München: Jugend und Volk 1990,
12. Aufl., 190 S. (Frieden 03/06-18167)

BÜHLER, Willi / BÜHLMANN, Benno / KESSLER, Andreas (Hg.): Sachbuch Religionen. Hinduismus, Buddhismus, Christentum, Islam. Luzern: db-Verlag 2009, 287 S., Abb.
(Religionen 10/09-23679, Rz-vorh)

CEMING, Katharina: Sorge dich nicht um morgen. Die Bergpredigt buddhistisch gelesen. München: Kösel 2009 (Buddhismus / Dialog mit Asien 10/09-23664 – Rz vorh.)

CLÉVENOT, Michel: Im Herzen des Mittelalters. Geschichte des Christentums im XII. und XIII. Jahrhundert. Aus dem Französischen von Kuno Füssel. Luzern: Ed. Exodus 1992, 302 S. (KG II 10/96-5344a)

COLPE, Carsten: Der „Heilige Krieg“. Benennung und Wirklichkeit, Begründung und Widerstreit. Bodenheim: Athenäum / Hain / Hanstein 1994 (Frieden 03/06-18132)

DALAI LAMA
  • Zeiten des Friedens. Hg. Erhard Meier. Freiburg u.a.: Herder Spektrum 4065, 1992, 154 S. (Buddh / Dalai Lama 12/02-11730b)
  • Der Friede beginnt in dir. Zur Überwindung der geistig-moralischen Krise in der heutigen Weltgemeinschaft.
    Bern / München u.a.: Scherz für O.W. Barth 1994, 4. Aufl., 200 S., Glossar
    (Buddh / Dalai Lama 10/94-2792)
  • Freiheit für Tibet. Botschaft für Menschlichkeit und Toleranz. Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl. Diederichs Gelbe Reihe.
    Kreuzlingen / München: Hugendubel 2008, 126 S.
    (Buddh / Dalai Lama 10/08-23214)

EASWARAN, Eknath: Gandhi. Den Haag: Sirius en Siderius 1983, 183 S., Abb., Beilagen
(Indien / Gandhi 04/06-19162)
EIßLER, Friedmann (Hg.): Muslimische Einladung zum Dialog. Dokumentation zum Brief der 138 Gelehrten („A Common Word“). EZW-Texte Berlin Nr. 202, 2009 (Zt 04/09-23481)

ENNS, Ferdinand / WEISSE, Wolfram (Hg.):
Gewaltfreiheit und Gewalt in den Religionen.
Politische und theologische Herausforderungen.
Religionen im Dialog, Bd. 9. Münster: Waxmann 2016, 332 S.
 

ERASMUS VON ROTTERDAM: „Süß scheint der Krieg den Unerfahrenen“. Übersetzt, kommentiert und Hg.: Brigitte Hannemann. KT 4. München: Kaiser 1987
(KG III 02/03-11803a)


ESS, Josef van: Dschihad gestern und heute (Julius-Wellhausen-Vorlesung).
Berlin u.a.: De Gruyter 2011

FRIEDLI, Richard: Frieden wagen. Ein Beitrag der Religionen zur Gewaltanalyse und zur Friedensarbeit. Ökumenische Beihefte zur Freiburger Zeitschrift für Philosophie und Theologie Bd. 14. Freiburg (CH): Universitätsverlag 1981 (Frieden 04/05-13878, Rz vorh)

FÜRST, Alfons (Hg.): Friede auf Erden? Die Weltreligionen zwischen Gewaltverzicht und Gewaltbereitschaft. Freiburg u.a.: Herder 2006 (Frieden 11/06-20050, Rz-vorh)

GANDHI. Der Spielfilm Farbe. Regie: Richard Attenborough. Laufzeit: ca. 3 Stunden. Video / CD: VHS, Uraufführung: 30. November 1982 in Neu Delhi.

GANDHI. Le Livre du Film. Documentation photographique et postface de Richard Attenborough. Paris: Presses de la Cité 1983, 191 S., Abb., Register (Indien / Gandhi 04/06-19163 – Rz vorh)

GENSICHEN, Hans-Werner: Weltreligionen und Weltfriede. Göttingen: V & R 1985
(Frieden 03/06-18086, Rz-vorh)

GIBRAN, Khalil: Euere Seelen sind Feuer. Gedanken und Meditationen. Aus dem Amerikanischen übertragen von Hans Christian Meiser. München: Goldmann TB 9409, 1989 (Erzählungen / Orient 05/90-7579i)

GIRARD, René / Ralf MIGGELBRINK, Ralf: Das Ende der Gewalt. Analyse des Menschheitsverhängnisses. Erkundungen zu Mimesis und Gewalt mit Jean-Michel Oughourlian und Guy Lefort. Vollständige Neuübersetzung aus dem Französischen von Elisabeth Mainberger-Ruh. Freiburg u.a.: Herder 2009
(Religionen 06/09-23541, Rz-vorh)

GOLLWITZER, Helmut
  • Frieden 2000. Fragen nach Sicherheit und Glauben. Kaiser Traktate Nr. 71. München: Kaiser 1982 (theol 02/06-16225)
  • ORTH, Gottfried: Helmut Gollwitzer. Zur Solidarität befreit. Theologische Profile. Mainz: Grünewald 1995 (theol 10/95-3965)
GRAF, Friedrich Wilhelm: Religion und Gewalt. Mord als Gottesdienst.
(FAZ.net 08.08.2014)


HAUßMANN, Werner / BIENER, Hansjörg / HOCK, Klaus / MOKROSCH, Klaus (Hg.): Handbuch Friedenserziehung. Interreligiös – interkulturell – interkonfessionell. Für Johannes Lähnemann. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2006 (intpäd 10/06-19883, Kurz-Rz-vorh)

IKEDA, Daisaku: Friedensvorschlag 2011.
Frankfurt/M.: SGI-Deutschland 2011, 59 S.

JÖRNS, Klaus-Peter: Notwendige Abschiede. Auf dem Weg zu einem glaubwürdigen Christentum. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2006, 3. Aufl., Glossar, Register
Buchhinweis und Rezension zu: Rolf SCHIEDER: Sind Religionen gefährlich?
Berlin: Univ. Press 2008 (säkular 11/06-19948)

KÄSSMANN, Margot / WECKER, Konstantin: Entrüstet Euch !
Warum der Pazifismus das Gebot der Stunde bleibt. Texte zum Frieden.
Gütersloher Verlagshaus 2015


KELSAY, John / JOHNSON, James Turner (Hg.): Just War and Jihad. Historical and Theoretical Perspectives on War and Peace in Western and Islamic Traditions. London: Greenwood 1991, XVI, 254 S. (christlich-islamischer Dialog / Frieden 03/06-18133)

KERBER, Walter (Hg.): Wie tolerant ist der Islam?
Fragen einer neuen Weltkultur Bd. 6. München: Kindt 1991, 147 S., Glossar 

KIRSTE, Reinhard / KLÖCKER, Michael / SCHWARZENAU, Paul / TWORUSCHKA, Udo (Hg.): Vision 2001. Die größere Ökumene. Interreligiöse Horizonte Bd. 1 (IH 1). Köln: Böhlau 1999 (dialog 08/99-8096)

KIRSTE, Reinhard / SCHWARZENAU, Paul / TWORUSCHKA, Udo (Hg.): Europa im Orient – Der Orient in Europa. Religionen im Gespräch, Bd. 9 (RIG 9): Balve: Zimmermann 2006 (Dialog 09/06-19731)

KLUSSMANN, Jürgen / MURTAZA, Muhammed Sameer / ROHNE, Holger-C. /
WARDAK, Yahya (Hg.): Gewaltfreiheit, Politik und Toleranz im Islam.
Berlin: Springer 2015, 136 S.

  • KÜNG, Hans: Projekt Weltethos. München u.a.: Piper 1990 (Dialog 04/05-13876)
  • KÜNG, Hans / KUSCHEL, Karl-Josef (hg.): Erklärung zum Weltethos. Die Deklaration des Parlaments der Weltreligionen. München u.a.: Piper 1993
    (Dialog  05/05-13922)
  • KÜNG, Hans (Hg.): Ja zum Weltethos. Perspektiven für die Suche nach Orientierung. München u.a.: Piper 1995 (Dialog 10/95-3826)
  • KÜNG, Hans: Wozu Weltethos? Im Gespräch mit Jürgen Hoeren.
    Freiburg u.a.: Herder Spektrum 2002 (mehrere Rz vorh)
  • KÜNG, Hans: Umstrittene Wahrheit. Erinnerungen. München: Piper 2007
    (theol 10/07-22326)

KUNGFUTSE (KONFUZIUS). Gespräche. Aus dem Chinesischen übertragen und herausgegeben von Richard Wilhelm. Diederichs Gelbe Reihe. Kreuzlingen/München: Hugendubel 2008, 218 S. (china 11/08-23288)

KUSCHEL, Karl-Josef: Im Ringen um den WAHREN RING.
Lessings "Nathan der Weise" - eine Herausforderung der Religionen.
Ostfildern 2011

LAOTSE. Tao Te King – LAUDSE: Daudedsching. Leipzig: Reclam TB 477
(China 03/06-18705)

  
LEDERHILGER, Severin J. (Hg.): Gewalt im Namen Gottes. Die Verantwortung der Religionen für Krieg und Frieden.
16. Ökumenische Sommerakademie Kremsmünster 2014.

Reihe
: Linzer Philosophisch-Theologische Beiträge - Band 30.
Frankfurt am Main u.a.: Peter Lang, 2015. 172 S.  ---
Inhaltsverzeichnis: hier


 LEIBNIZ-JOURNAL Nr. 02 /2014 (Berlin): Schwerpunkt - Frieden und Konflikte

LOTOS-SUTRA. Das große Erleuchtungsbuch des Buddhismus. Vollständige Übersetzung. Nach dem chinesischen Text von Kumarajiva ins Deutsche übersetzt und eingeleitet von Margareta von BORSIG. Mit einem Geleitwort von Heinrich Dumoulin SJ. Stuttgart: Theseus (im Kreuz-Verlag) 2009, 413 S.
mit Inhaltsangabe der 28. Kapitel des Lotos-Sutra – bereits erschienen als Herder spektrum Bd. 5372, 2004, 3. Aufl. (buddh 01/09-21440, vgl. 13786 und 20429)

LOTOS-SUTRA. Das Lotos-Sutra. Übersetzt von Max Deeg. Mit einer Einleitung von Max Deeg und Helwig Schmidt-Glinzer. Darmstadt: WBG 2007 (buddh 05/07-22104)

MAHABHARATA UND RAMAJANA:
Ø  ABT, Otto (neu erzählt): Von Liebe und Macht. DAS MAHABHARATA. Vorwort von Rüdiger Siebert. Bad Honnef: Horlemann 2001 (hindu 04/06-19171)
Ø  ABT, Otto (neu erzählt): Botschaft der Hoffnung und Freude. DAS RAMAYANA. Nachwort von Rüdiger Siebert Bad Honnef: Horlemann 2001 (hindu 04/06-19171)
Ø  BHAGAVADGITA. Das Lied der Gottheit. Aus dem Sanskrit übersetzt von Robert Boxberger. Neu bearbeitet und herausgegeben von Helmuth von Glasenapp. Stuttgart: Reclam TB 7874/75, 1974
(hindu 03/06-18639)

MICKSCH, Jürgen (Hg.): Antiislamischer Rassismus. Konflikt als Chance. Frankfurt/M.: Lembeck 2009 (isl-medien 10/09-23663)

Das NIBELUNGENLIED. Mittelhochdeutsch – Neuhochdeutsch. Hg. und übersetzt von Ursula Schultze.
Düsseldorf u.a.: Patmos  (Artemis & Winkler) 2005 (Mittelalter / Erzählung 10/05-14477b)



NOTH, Albrecht Heiliger Krieg und Heiliger Kampf in Islam und Christentum : Beiträge zur Vorgeschichte und Geschichte der Kreuzzüge / von Albrecht Noth. Bonn: Röhrscheid 1966 (Bonner Historische Forschungen  28, zugl. Diss. Uni Bonn 1964)

NOTH, Albrecht: Möglichkeiten und Grenzen islamischer Toleranz. In: Saeculum 29 (1978). S. 190-204

OSADA, Arata (Hg.): Kinder von Hiroshima. Japanische Kinder über den 6. August 1945. Eine Sammlung von Prof. Dr. Arata Osada. Aus dem japanischen von Edith Rau. Frankfurt/M.: Röderberg 1985, 8. Aufl.
(Frieden 03/06-18168)

PARET, Rudi: Sure 2, 256: lā ikrāha fī d-dīni. Toleranz oder Resignation.
Der Islam. Band 45, Heft 2, Seiten 299–323

PARET, Rudi: Toleranz und Intoleranz im Islam, in: Saeculum 21, 1970

PULSFORT, Ernst: Indien am Scheideweg zwischen Säkularismus und Fundamentalismus. Würzburger Forschungen zur Missions- und Religionswissenschaft. Religionswissenschaftliche Studien Bd. 18.
Würzburg: Echter / Altenberge: Oros 1991, 112 S. (Indien 10/94-2808)

RAMADAN, Tariq: Muhammad. Auf den Spuren des Propheten. Aus dem Englischen von Fiona Pappeler und Felicitas Schreiber unter Mitwirkung von Kristiane Backer. München: Diederichs 2009 (Islam 10/09-23693)

RICHTER, Horst-Eberhard: Wer leiden will, muss hassen. Zur Epidemie der Gewalt. Hamburg: Hoffmann und Campe 1993 (Frieden 05/05-13851b)

ROLLAND, Romain: Literaturnobelpreisträger im Dienst des Friedens

RIVERBEND: Bagdad Burning. Ein Tagebuch. Übersetzung: Eva Bonné. 
Reinbek b. Hamburg: rororo TB 62244, 2007, 398 S

SCHERER, Burkhard (Hg.): Die Weltreligionen. Zentrale Themen im Vergleich. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2003 (Dialog 12/03-12614)

SCHULZE, Reinhard: Islamischer Puritanismus und die religiöse Gewalt. In: Im Zeichen der Religion: Gewalt und Friedfertigkeit in Christentum und Islam. Frankfurt/M.: Campus 2008

SOKA GAKKAI INTERNATIONAL DEUTSCHLAND (Studienabteilung, Hg.): Der Schlüssel zum Glück. Prinzipien der buddhistischen Phiolsophie  auf der Grundlage der Lehre Nichiren Daishonins. Frankfurt/M.: SGI-D 2009, 172 S.

STARCK, Christian (Hg.): Kann es heute noch „gerechte Kriege“ geben? Preisschriften des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover Band 5. 
Wallstein Verlag, Göttingen: Wallstein 2008, 163 S. (Textauszug vorh.)

STEINWEG, Reiner (Red.): Der gerechte Krieg: Christentum, Islam, Marxismus. es NF 17. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1980 (Frieden 03/06-18096)

STERNSTEIN; Wolfgang. Gandhi und Jesus. Das Ende des Fundamentalismus. Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2009 (Gandhi 01/09-23407, Rz vorh)

TERZANI, Tiziano: Briefe gegen den Krieg. Aus dem Italienischen von Elisabeth Liebl. München: Riemann 2002, 218 S. (Frieden 10/02-11450, Rz-vorh)

TRÖGER, Karl-Wolfgang (Hg.): Nachfolge und Friedensdienst. Die Religionen in ihrem Engagement für die Rettung des Lebens. Fakten Argumente. Berlin: Union 1983 (Frieden 06/06-19095, Rz-vorh)

TRUTWIN, Werner: Weltreligionen – Hinduismus. Arbeitsbücher Sekundarstufe II. Religion – Ethik – Philosophie. München: bsv (Oldenbourg /Patmos) 2011, 144 S., Abb., Glossar (Hindu 10/11-24574, Rz-vorh.)

WEISS, Christian/ WEICHERT, Tom / HUST, Evelin / FISCHER-TINE, Harald (Hg.): Religion – Macht – Gewalt. Religiöser "Fundamentalismus" und Hindu-Moslem-Konflikte in Südasien. Autoren neben Hg.: S. Banerjee, H. Harder, Ch. Jaffrelot, E. Kirleis, G. K.Lieten, Jamal Malik, Ch. Oesterheld, Shalina Randeria. Frankfurt/M.: IKO 1996, 237 S.

ZINSGEM, Vera: Sind die Weltreligionen friedensfähig? Ein Plädoyer für eine gerechte Religion. Stuttgart: Kreuz 2006 (Frieden 10/06-19849)