Freitag, 30. Dezember 2016

Die Wege der Jakobspilger - Grenzgänger zwischen Abendland und Morgenland (aktualisiert)



In der Apostelgeschichte wird vom Martyrium eines der Jünger Jesu, Jakobus des Älteren, dem Bruder des Johannes, berichtet. König Herodes Agrippa ließ ihn vermutlich im Jahre 44 in Jerusalem „mit dem Schwert hinrichten" (Apg 12,2). Danach wurde es still um diesen Jünger und erst im Mittelalter tauchte seine Gestalt mit vielen Legenden verwoben wieder auf.

Andreas Drouve schreibt zur Variante des berühmten Erzählers Jakob de Voragine: „Hält man sich an Voragines Version, nahmen Jakobus' Jünger seinen Leib, legten ihn auf ein Schiff, bestiegen das Boot ohne Rudermannschaft, überließen den Ort der Bestattung der göttlichen Vorsehung und landeten, vom Engel des Herrn geleitet, an der Küste Galiciens. Dort befand sich das Reich der Königin Lupa, der „Wölfin". Die Jünger nahmen den Leib vom Schiff, erstatteten Lupa Bericht von ihrer wundersamen Reise und erbaten einen würdigen Platz für die Bestattung. Die Königin jedoch war verschlagen und listig. Sie überließ den Jüngern Rinder und einen Karren, um den Leib des Verstorbenen darauf wegzuschaffen. Wohl wissend, dass es sich bei den Rindern um wilde Stiere handelte, hoffte sie auf einen raschen Tod der Jünger. Ein Kreuzzeichen besänftigte jedoch die Stiere, die den Wagen daraufhin mitten in Lupas Palast fuhren. Als die Königin dies sah, erschrak sie …, nahm den christlichen Glauben an und übte sich den Rest ihres Lebens in guten Werken. Die Jünger … lenkten den Karren landeinwärts. Auf einem Grundstück namens Libredón bestatteten sie Jakobus …  Erst im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts – die Erzdiözese von Santiago de Compostela spricht von den Jahren um 829 – wurde die Grabstätte wiederentdeckt“, und zwar aufgrund von Lichtphänomenen, die ein Einsiedler und der Bischof genau des galizischen Ortes sahen, an dem der Leichnam knapp 800 Jahre die Iberische Halbinsel erreicht hatte
(Andreas Drouve: Lexikon des Jakobswegs. Personen – Orte – Legenden. Freiburg u.a. 2006, S. 73-75).

Diese Wiederentdeckung erfolgte sozusagen rechtzeitig im Zuge der Auseinandersetzungen mit den arabischen Eroberern der Iberischen Halbinsel. Die Christen in Europa sahen sich durch die Muslime  bedroht, nachdem diese im Jahre 711 begannen, das westgotische Spanien zu erobern. 732 konnten in der Schlacht bei Tours und Poitiers die Eroberungs- und Raubzüge in der Mitte Frankreichs einigermaßen gebremst werden. Inzwischen war nur noch der Nordwesten Spaniens christlich geblieben.
In einer solchen Situation war eine Identifikationsfigur für dies in Bedrängnis geratenen christlichen Herrscher nötig. Dies dürfte der Hintergrund sein, warum die Jakobus-Legenden entstanden. Sie passten auch in das Schema der weltweiten Mission des Christentums, bei welcher Jakobus, Jünger Jesu und Apostel, schon zu seinen Lebzeiten nach Spanien gekommen sein sollte.

Das Ereignis der Wiederentdeckung des Jüngergrabes verbreitete sich erstaunlich schnell bis nach Osteuropa. Die Gräberwallfahrten zu den Heiligen und der Reliquienkult hatten in Europa bereits erheblich zugenommen. Die Gläubigen erwarteten an diesen heiligen Orten Vergebung der Sünden, Heil und Heilung gleichermaßen; und die Kirche förderte diese Bewegung intensiv mit einer Vielzahl möglicher Sündenablässe. So machten sich viele Pilger auf die gefährliche und weite Reise fast bis an das Ende der Welt. 
Da die Wege dorthin im Grenzgebiet zwischen den arabischen und christlichen Fürstentümern lagen, erhoffte man sich natürlich vom Hl. Jakob seelischen und körperlichen Beistand. Und diese Hoffnung schien nicht unbegründet, denn schließlich war Jakobus selbst auf einem Pferd bei der Schlacht von Clavijo 844 den Christen voran geritten und hatte ein maurisches Heer in die Flucht geschlagen. 
(vgl. Andreas Drouve: Die Wunder des Heiligen Jakobus.
Legenden am Jakobsweg. Freiburg u.a. 2007)

Nachdem es überdies im 12. Jahrhundert schwieriger, ja fast unmöglich geworden war, nach Jerusalem zum Heiligen Grab (Jesu) zu pilgern und auch die Kreuzzüge nichts daran änderten, übernahm die nach dem Heiligen benannte Stadt Santiago de Compostela gewissermaßen diese Funktion und wurde so zum „westlichen Jerusalem“, das erst durch die Reformation an Bedeutung verlor.

So geschah lange Zeit relativ wenig, aber seit der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Pilgerbewegung auf dem Jakobsweg wieder ein europäisches und sogar internationales Phänomen. Das zeigte sich schon 2004, ein "Ano Xacobeo", das immer ausgerufen wird, wenn der Todestag des Jüngers (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Einen erheblichen weiteren Schub brachte in Deutschland auch das Buch von Harpe Kerkeling:  „Ich bin dann mal weg“ (München 2006). So geht die Pilgerzahl jährlich inzwischen in die Hunderttausende. Die Ursache dieses Booms liegt sicher nicht nur in den auflagenstarken Büchern und Pilgerführern, die sich diesen Trend zunutze machen, sondern auch an einem seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts stets wachsenden Interesse an dieser spirituellen Art des Reisens. In der Pilgerschaft werden Körper und Seele extrem herausgefordert . 
Der typische Jakobspilger
Jakobsbrunnen Soest - 2250 km bis Santiago
Eine weitere Folge ist, dass auch in Deutschland mehr und mehr Wegstrecken (wieder) mit der Jakobsmuschel gekennzeichnet sind und inzwischen viele regionale Wege entstanden sind.

Pilger-Kathedrale S. Marie-Madeleine, Vézelay
Mystischer Weg: Die Tympana und Kapitelle 

So zeigen sich die Jakobswege inzwischen wieder als ein Wegenetz von wahrhaft europäischer Bedeutung. Von daher müsste sich auch der „Maurentöter“ Jakobus zur Integrationsfigur wandeln, um angesichts der spannungsgeladenen Geschichte von Christentum und Islam Versöhnung stiftend zu wirken. Einem Jesusjünger stünde dies wohl an. 

Weitere Informationen:

Freitag, 23. Dezember 2016

Etwas andere Weihnachtsgeschichten

Schülertexte, Bibel- und Koranzitate

a. Ein zwar nicht gefundenes, dafür aber erfundenes historisches Dokument:
     Aus dem Tagebuch des Quirinius, Gouverneurs von Syrien und Palästina
(aus dem Jahre 5 n. Chr.)
Heute vor 50 Jahren ist der große Cäsar ermordet worden. Wenn ich nun an den Iden des März 758 a.u.c. (= 15. März 758 ab urbe condita, d.h. seit der Gründung Roms = 5 n. Chr.) darüber nachdenke, was sich seitdem alles geändert hat, so muss ich wirklich dem großen Augustus danken, dass er seit seiner großartigen Schlacht gegen seine Rivalen unserem Weltreich den Frieden gebracht hat
(= Seeschlacht von Actium 31 v. Chr.). Ich bin dem großen Augustus auch sehr zu Dank verpflichtet, dass er mich zum Gouverneur einer seiner Provinzen gemacht hat. Allerdings ist die Arbeit hier kein Vergnügen.


Römisches Theater in Caesarea Maritima (Wikipedia)
Die Residenz in Cäsarea ist zwar wunderbar und klimatisch günstig am Mittelmeer gelegen, aber Syrien/Palästina ist eine der problematischen Grenzprovinzen.
20 Jahre vor Cäsars Tod gelang es erst Pompeius, das Land völlig zu unterwerfen und zur römischen Provinz zu machen. Heute herrscht aber immer noch keine Ruhe, und die ökonomischen Verhältnisse sind katastrophal.
Mir graut schon vor dem Gedanken, die der große Augustus auf der letzten Gouverneurskonferenz in Rom äußerte, dass er zur besseren Sicherung der Staatsfinanzen und zur Aufstockung des Haushalts eine Steuerschätzung durchzuführen gedenke; das heißt doch nichts anderes, als noch mehr Steuern aus diesen Leuten hier herauszupressen.
Außerdem weiß ich, dass die großen Befriedungsaktionen des großen Augustus nicht immer zum Erfolg geführt haben. Die Juden sind dazu noch besonders aufsässig. Die konservativ-fromme Richtung der Pharisäer erkennt noch nicht einmal den vom großen Augustus eingesetzten Herodes an, weil er kein richtiger Jude ist, sondern aus Idumäa stammt; ein König der Juden müsse aber aus dem Hause Davids sein.
Zudem gibt es eine Reihe von Terroristengruppen, die plötzlich in die Städte eindringen, einen römi­schen Beamten, Soldaten oder einen Zöllner umbringen und wieder in den Bergen verschwinden; andere überfallen Nachschubtransporte für die VI. Legion bzw. deren Außenstationen.
Tempelmodell im Israelmuseum: Jerusalem zur Zeit Jesu, rechts oben am Tempel-Areal
die Burg Antonia,Standort einer Kohorte der X. Legion  
Foto: Wikipedia - Tempelberg
Gestern kam ein junger Soldat von der Garnison in Jerusalem herein und erzählte mir, er hätte davon gehört, dass in Bethlehem oder Nazareth ein Kind geboren sei, das einige für den neuen König der Juden hielten; schließlich hätte über seiner Geburtsstätte ein Stern von besonderer Helligkeit gestan­den. Ich halte das zwar für ein Gerücht, denn der Stern von besonderer Helligkeit ist schon seit ein paar Jahren nicht mehr zu sehen, mein Palastastrologe hat nämlich genau Buch geführt; aber gefährlich kann so etwas immer werden. König der Juden - neben dem offiziell eingesetzten König, wenn das nicht wieder Aufruhr gibt, zumal der junge Soldat meinte, Bethlehem verstanden zu haben; und aus Bethlehem stammen doch nun einmal die Nachfolger Davids und Könige Israels.
(Schülertext, Stufe 12)

 b. Stern von Bethlehem leuchtete auch über China
               Aufzeichnungen fernöstlicher Astronomen verlegen Christi Geburtsdatum um fünf Jahre vor.
Der Stern von Bethlehem war nach Auffassung britischer Astronomen eine „Nova" oder neuer Stern, und nicht, wie die Wissenschaftler bisher angenommen hatten, das Licht der dicht beieinander stehen­den Planeten Jupiter und Saturn. Es handelte sich demnach um einen neuen Stern von 70 Tagen Dauer, der sogar von Astronomen des Fernen Ostens im Altertum registriert wurde.
Als Zeitpunkt der Erscheinung wurde von chinesischen und koreanischen Astronomen das Jahr 5 vor unserer Zeitrechnung angegeben. Es bestehen gute Gründe dafür, anzunehmen, dass Christus etwa im Jahre 5 geboren wurde. Im Jahre 533 unserer Zeitrechnung legte der skythische Mönch Dionysius Exiguus den Kalender fest, ließ dabei jedoch irrtümlicherweise rund vier Jahre aus der Zeit des Kaiser Augustus aus. Die Evangelisten Matthäus und Lukas bestätigen, dass Jesus zur Zeit des Herodes geboren wurde. Herodes starb am 13. März des Jahres 4 vor unserer Zeitrechnung. Das Zusammen­fallen von Jupiter und Saturn ereignete sich jedoch im Jahre 7. Die Jupiter-Saturn-Hypothese konnte demnach nicht zutreffen. In der Zeitschrift der Königlichen Astronomischen Gesellschaft in London be­tonen die Wissenschaftler der Universität von London und Newcastle, zur Zeit der Geburt Christi habe die Astronomie im Fernen Osten das wissenschaftliche Niveau in Europa und Nahost bei weitem überflügelt. Daher suchten die Forscher Aufzeichnungen insbesondere in China und Korea aus ungefähr dem Jahre 5 über aussergewöhnliche Erscheinungen am Sternenhimmel. In beiden Ländern fanden sie Beweise, dass ein heller neuer Stern gesichtet wurde - in China im Jahre 5, und in Korea im Jahre 4. Den chinesischen Aufzeichnungen zufolge konnte keine Bewegung des Himmelskörpers festgestellt werden. Diese Tatsache schließt die Möglichkeit aus, dass es sich um einen Kometen handelte. Sowohl die chinesischen als auch die koreanischen Astronomen verzeichneten, die Nova sei in der Nähe des Altair erschienen. Die Chinesen geben als Zeitraum für das Phänomen die Wochen vom 10. März bis 7. April an. Nach Berechnungen der britischen Wissenschaftler würde eine Nova Mitte März des Jahres 5 in der beschriebenen Position etwa viereinhalb Stunden vor Sonnenaufgang am östlichen Himmel erschienen sein. Von Tag zu Tag würde sich diese Zeitspanne verlängert haben.
Zur Zeit der Geburt Christi war das Interesse für Astronomie im Nahen Osten nur gering. Daher seien nur die aufsehenerregendsten Ereignisse registriert worden. Die britischen Wissenschaftler unterstrei­chen, dass nur einer der vier Evangelisten - Matthäus - den Stern überhaupt erwähnt. Eine Nova hätte damals wahrscheinlich Interesse erweckt, da ein derartiger neuer Stern sehr hell ist. Ob sein Erscheinen mit der Geburt Christi wirklich zusammenfiel, oder ob die beiden Ereignisse erst nachträg­lich in Zusammenhang gebracht wurden, bleibt den Forschern zufolge auch weiterhin ungeklärt. Matthäus war entweder ein besserer Beobachter als die anderen Zeitgenossen, oder er war ein besserer Psychologe.
Süddeutsche Zeitung vom 16. Februar 1977)

c. Aus der populär-wissenschaftlichen Zeitschrift: imago universitatis, 81. n. Chr.
11. Jahrgang 834 a.u.c. (= 81 n. Ch.), Antiochien, Papyrus 51
Der religionswissenschaftlichen Redaktion unserer Zeitschrift sind die gesammelten Berichte eines gewissen Lukas in griechischer Sprache zugegangen. Besondere Aufmerksamkeit fanden bei unserem aus Nordgaliläa stammenden Mitarbeiter Cäcilius Sceptio die Schilderungen der Geburt eines Weltenheilandes mit Namen Jesus. Nun war es vor ca. 80-90 Jahren keineswegs ungewöhnlich, dass die Menschheit auf die grosse Welterlösung wartete. Augustus hatte sein Weltreich abgesichert, Vergil schreibt von einem göttlichen Kinde und die Mythen der Ägypter sind voll von Erzählungen dieser Art und erfreuen sich auch heute noch bei einem großen Teil der Bevölkerung im gesamten Römischen Reich grosser Beliebtheit.
Aufgrund der uns vorliegenden Texte (wir haben auch noch die Überlieferung eines nicht weiter bekannten Matthäus herangezogen, siehe Kasten) scheinen uns jedoch einige Aussagen sehr zweifelhaft.
Schülertext, Stufe 12

Galaterbrief des Apostels Paulus  4,4-7
Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen. Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsere Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.
Lukas 2,1-20
1 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde.
2 Und diese Schätzung war die allererste und geschah zu der Zeit, da Ouirinius Statt­halter in Syrien war.
3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen liesse, ein jeder in seine Stadt.
4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids,
   die da heißt Bethlehem, weil er dem Hause und Geschlecht Davids war,
5 damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger.
6 Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte.
7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe;
   denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.
9 Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.
10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude,
     die allem Volk widerfahren wird;
11 denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.
12 Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:
14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.
15 Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:
     Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.
16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.
17 Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.
18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.
19 Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.
20 Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten,
     wie denn zu ihnen gesagt war.

Matthäus 1,18-25
18 Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, dem Josef vertraut war, fand es sich,
     ehe er sie heimholte, dass sie schwanger war von dem heiligen Geist.
19 Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht in Schande bringen, gedachte aber, sie heim­lich zu verlassen.
20 Als er das noch bedachte, siehe, da erschien, ihm der Engel des Herrn im Traum und sprach: Josef, du Sohn Davids,
     fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen, denn was sie empfangen hat, das ist von dem heiligen Geist.
21 Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben,  denn er wird sein Volk retten
     von ihren Sünden.
22 Das ist aber alles geschehen, damit erfüllt würde, was der Herr durch den Propheten gesagt hat, der da spricht
     (Jesaja 7,14):
23 „Siehe eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben", das heisst übersetzt: Gott mit uns.
24 Als nun Josef vom Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich.
25Und er berührte sie nicht, bis sie einen Sohn gebar; und er gab ihm den Namen Jesus.
Übersetzung: revidierte Lutherbibel

Als unstrittig hat sich allerdings aufgrund der eingesehenen Geburtsregister der Stadt Nazareth erwiesen, dass dieser Jesus zur Zeit des Augustus geboren wurde, und dass Quirinius zu jener Zeit Gouverneur der Provinz Syrien war. In Bethlehem konnte jedoch das städtische Steueramt keine Angaben über einen Jesus von Nazareth, bzw. dessen Eltern Maria und Josef machen. Hier muss wohl eine Verwechslung von Nazareth mit Bethlehem vorliegen, die allerdings wegen der Größe der Entfernung zwischen beiden Städten etwas ungewöhnlich ist. Unser schon erwähnter Mitarbeiter Cäcilius Sceptio , der selbst mehrfach in Nazareth war, hat jedoch glaubwürdige Zeugen gefunden, die ihm versicherten, in Nazareth hätte vor vielen Jahren ein Zimmermann Josef mit seiner Ehefrau Mirjam (= Maria) gelebt; sie hätten auch mehrere Kinder gehabt. Die Nachfahren leben zum Teil noch dort.
Als einen besonderen Erfolg unserer Nachforschungen werten wir es jedoch, dass die Schaf- und Ziegenherden in der Umgebung Bethlehems immer noch von denselben Familien gehütet werden, deren Vorfahren diese seltsamen Engel-Erscheinungen gehabt haben sollen, von denen Lukas berichtet. Cäcilius hat mit ihnen ausführliche Interviews gemacht und alle Unterlagen an das Psychologische Institut der Universität Damaskus geschickt.1
Nach Auskunft von Prof. Dr. Yussuf al-Hakim2 handelt es sich bei den Erlebnissen der Hirten eindeutig um Übermüdungserscheinungen aufgrund vieler Nachtwachen, die durch die wilden Tiere bedingt sind, die in jener Gegend eine ernsthafte Gefahr für die Kleinviehherden darstellen. Man muss das von den Hirten Berichtete deswegen als Vision mit halluzinatorischem Charakter ansehen.
Im Übrigen wird die Vermutung geäußert, dass die Einflüsse einiger Partisanengruppen und deren Friedensvorstellungen von den Hirten übernommen wurden und in ihre Visionen eingegangen sind. Zusammenfassend ist also zu sagen, dass Jesus zwar geboren wurde, es aber offensichtlich im Interesse bestimmter Kreise liegt, seine Geburt religiös und politisch aufzuwerten. Es handelt sich wahrscheinlich um die von Juden abgespaltene Gruppe der Christen, die auch behaupten, Jesus sei auferstanden.

Amerkungen
1.  Die Universität Jerusalem existiert seit der Zerstörung der Stadt im Jahre 823 a.u.c. (= 70 n. Chr.) durch Titus, den Feldherrn des Kaisers Vespasian nicht mehr. Faktisch liegt die Stadt nach 11 Jahren noch genauso in Trümmern. Dadurch sind vielleicht wertvolle Unterlagen des dortigen Psychologischen Instituts nicht mehr verfügbar.
2.  al-Hakim (arabisch = Arzt, Gelehrter Weiser) war bis kurz vor der Zerstörung Jerusalems Dozent an der Jerusalemer Universität und wurde im Jahre 822 a.u.c. ( = 69 n.Chr.) zum Professor für Psychologie und Parapsychologie an der Universität Damaskus ernannt.



d.         Die Geburt Jesu als Sage, Märchen und Mythos
1.  Sage
Vor langer Zeit erliess der Römische Kaiser Augustus das Gebot, dass alle Menschen seines Weltreiches gezählt werden sollten. Bisher hatte es noch nie eine Volkszählung gegeben. Der Römische Statthalter in Palästina bereitete alle Unterlagen sorgfältig vor und setzte dann seine Beamten in Bewegung, damit sie ihm die notwendigen Ergebnisse lieferten.
Dabei stiess einer der zählenden Beamten auch auf eine Familie, genauer gesagt, auf einen Zimmermann mit seiner Verlobten, die jedoch schon ein gemeinsames Kind hatten und behaupteten, sie wären wegen der Volkszählung gezwungen gewesen, von Nazareth nach Bethlehem zu kommen.
Nach den Gründen befragt, gab der Mann an, ein Nachkomme des Königs David zu sein. Da jedoch alle zu zählenden Personen an den Heimatort ihrer Familien kommen sollten, war er genötigt, im Winter diese beschwerliche Reise mit seiner schwangeren Verlobten anzutreten.
Nun gebührt Nachkommen von Königshäusern immer eine besondere Hochachtung. Als die Beamten des Statthalters das in einem Stalle liegende Baby betrachteten, hatten sie den Eindruck, es hätte sie angelächelt und sie dann mit Namen angesprochen; für ein Kind von nur wenigen Wochen eine geradezu phänomenale Leistung. Bei weiteren Nachforschungen der Beamten kam sogar heraus, dass das Baby von drei Königen aus dem Orient Besuch gehabt hatte, die auch kostbare Geschenke hinterliessen. Die Beamten konnten sich selbst von dem wunderbaren Weihrauch, der Myrrhe und dem Gold überzeugen; auch bestätigten die Bewohner Bethlehems den Besuch dreier hoher Herren, die auf Kamelen mit einer riesigen Dienerschaft dem Kinde einen Besuch gemacht hatten. Unerklärlich blieb allerdings, wieso die drei weder dem Vasallenkönig Herodes in Jerusalem, noch dem Statthalter ­in Cäsarea einen Besuch gemacht hatten.
Dies spielte nun allerdings auch keine Rolle mehr. Als der Statthalter den Bericht seiner Beamten las, liess er das junge Paar mit dem Kinde sofort in den Gouverneurspalast nach Cäsarea holen und erstattete dem Kaiser einen ausführlichen Bericht.
Nach mehreren Monaten ging die Antwort des Kaisers ein. Dieser hatte den Gouverneursbericht mit anderen Aussagen vergleichen lassen und war zu dem Schluss gekommen, dass der Junge dieses Paares wahrhaftig ein Königssohn sei, der die Welt erlösen sollte. Das hatten sogar einige römische Schriftsteller prophezeit. Er befahl, das Kind samt seinen Eltern nach Rom zu holen, es mit den gebührenden Ehren zu empfangen und den Jungen trotz seines zarten Alters für ein hohes Regierungsamt vorzusehen. Gerüchteweise hörte man von den Damen am kaiserlichen Hofe, dass der Kaiser den Jungen mit Namen Jesus sogar als seinen Nachfolger betrachtete, wenn auch nur insgeheim.
Allerdings kam es nicht zu dem triumphalen Einzug Jesu in Rom. Eines Tages waren die Eltern samt ihrem Kind aus dem Gouverneurspalast verschwunden. Einige behaupteten, die drei hätten sich nach Ägypten abgesetzt, weil dem Kind noch etwas Grösseres prophezeit worden wäre, als nur Herrscher des Römischen Reiches zu werden; ja man sagte, dieses Kind solle Gottes Sohn sein. Aber das liess sich nun vorerst nicht mehr überprüfen.
Schülertext, Klasse 10
2.         Märchen
Didaktische Vorbemerkung
Wer nach Menschlichkeit fragt, sollte in besonderer Weise erfundene Wahrheit auf diese Intentionen hin Uberprüfen. Was liegt in diesem Zusammenhang näher, als den Versuch zu wagen, die Weih­nachtsgeschichte auch als Märchen zu lesen und entsprechend umzuformen?
Heutzutage steht das Märchen nicht mehr im Geruch der Klein­kindergeschichte, ja mehr und mehr wird entdeckt, dass Märchen eigentlich für Erwachsene da sind. Mit dieser Erzählform lässt sich anders als bei den bisher vorgestellten deutlich machen, dass das Gute wirklich den Sieg davonträgt und der Kleine und Schwache nicht verzagen muss, weil er am Ende aufgrund seines reinen Wesens belohnt wird.
Mit dem Sieg des Guten lässt sich besonders gut zeigen, dass durch eben diesen Sieg eine neue Menschlichkeit Gestalt gewinnen soll, von der in den anderen Erzählformen nur sehr peripher die Rede war. Diese Menschlichkeit eröffnet neue Lebensräume. Zwar kommen in allen Märchen auch Grau­samkeiten vor, aber sie sind gewissermassen nur die Negativfolie, die Mut zum Leben aus der Liebe machen will. Vielleicht sollte man einmal den Kindermord von Bethlehem und die Flucht nach Ägypten auch unter diesen Gesichtspunkten sehen. Imgrunde bietet ja schon die Not und die Ärmlichkeit auf dem Weg von Nazareth nach Bethlehem Ansätze, die Geschichte ins Märchen zu transponieren.
Auf dem Hintergrund der Tatsache, dass das folgende Märchen sowie die noch im Materialteil angebotene Göttergeschichte von Schülern erstellt wurden, wird man darauf verwiesen, dass der Wechsel in eine andere Erzählform nicht nur ein methodischer Gag ist, der natürlich auch eine gewisse Heiterkeit vermittelt, sondern veränderte Sichtweisen eröffnen auch neue Zugänge, die etwa bei der Sage anders sind als beim Märchen, geschweige denn, man zieht zur historischen Aufhellung noch erfundene Dokumente heran.
Nun findet man in der Bibel nur wenige Märchenmotive (z.B. Bileams Esel in Num 22 oder Jona und der Fisch), dennoch gehört natürlich auch das Märchen in eine Erzähltradition, die für die Bibel typisch ist.
So ermuntert hebräische und christliche Bibel gerade im Blick auf die von Gott geschenkte Mensch­lichkeit, alle Versuche aufzunehmen und zu vertiefen, die in diese Richtung gehen.
Der Religionsunterricht dürfte dabei ein geeigneter Ort sein, solche Umerzählungen zu wagen, auch wenn sie nicht immer allen exegetischen Einwänden standhalten, geht es doch hier mehr um die Herausstellung der Erzählgemeinschaft und die Hineinnahme in eine Tradition, die auf Einstimmungen nicht verzichtet, sondern sie bewusst aus sich entlässt. Das zeigt sich ja auch daran, wie Künstler aller Generationen mit dem Thema der Geburt Jesu umgegangen sind.
Der Schülertext
Es waren einmal ein Mann und eine Frau, Josef und Maria, die waren sehr arm. Und weil eines Tages der Konig befahl, dass alle Menschen in ihre Heimat gehen sollten, mussten sich Josef und Maria auf einen langen und beschwerlichen Weg machen. Als sie endlich in ihrem Heimatdorf ankamen, war es schon sehr spät, und so suchten sie eine Bleibe für die Nacht. Sie klopften an die Tür der Herberge, worauf ein dicker Mann, wohl der Wirt, hinaustrat: „Was wünscht Ihr zu so später Stunde? Wollt Ihr ...“ Als er jedoch die ärmliche Bekleidung der beiden sah, verfinsterte sich seine Miene, und er grollte: „Ihr Bettler wagt es, meine Schwelle zu betreten? Fort mit euch, Ihr gammeliges Gesindel!" Sie versuchten es noch an vielen anderen Türen, aber überall wurden sie abgewiesen.
Auf einmal hörten sie ein ganz jämmerliches Geschrei; und als sie nachschauten, was es wohl sein könnte, fanden sie einen kleinen Esel, der sich verlaufen hatte. Sie streichelten und trösteten ihn. Und als sie kurze Zeit nach seiner Mutter gesucht hatten, fanden sie sie in einem Stall. Aus Dankbarkeit bot ihnen die Eselin an, bei ihr in der armseligen Hütte zu übernachten.
Eine gute Fee, die dies alles mit angesehen hatte, wollte die beiden für ihre gute Tat belohnen und stellte ihnen einen Wunsch frei. Da wünschten sich Maria und Josef ein Kind. Und noch in derselben Nacht schenkte die Fee ihnen einen Sohn, der hiess Jesus.
Und die Fee rief viele gute Freunde zusammen, die Geschenke mitbrachten, so dass die kleine Familie nie mehr Hunger leiden musste.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute genauso glücklich und zufrieden.
Schülertext, Klasse 10

e.  Die Weihnachtsgeschichte als Göttergeschichte (Mythos)
Didaktische Vorbemerkung
Der Mythos hat als Erzählgattung den besonderen Vorzug, Göttliches mit Menschlichem zu vermitteln und die Einheit des Weltbildes zu wahren. Die Schüler haben in der folgenden Geschichte versucht, nicht nur mythische Elemente einzubauen (wie wir sie ja auch bei Lk und Mt finden), sondern diese zu systematisieren. Dies scheint mir auch weitgehend gelungen, wenn man einmal davon absieht, dass Maria „zufällig" vom Heiligen Geiste schwanger war. Im Mythos gibt es keine Zufälle. Originell ist dagegen der Gedanke mit der Engelstatue. Das „wie durch geheime Kräfte" zeigt auch wieder, wie schwer es für einen heutigen Menschen ist, sich ganz in ein mythisches Geschehen hineinzudenken.
Sehr schön kommt dann wieder die Verbindung von Himmel und Erde zum Ausdruck, indem Maria erst fortgehoben wird, um dann mit dem Kind wiederzukommen, so dass man sich unwillkürlich fragt, ob die Schüler nicht bestimmte Marienvorstellungen (im kosmischen Horizont) in ihre Erzählung haben eingehen lassen. Die Konsequenz ergibt sich auch logisch, das heisst konsequent dem mythischen Geschehen folgend: Die Welt wird verändert. Es entsteht ein Neues.
Schülertext
Eine Jungfrau namens Maria war mit Joseph verlobt. Es begab sich aber zufällig, dass sie von einem Heiligen Geiste schwanger war. Joseph wollte sie nun heimlich verlassen, denn wer glaubt schon an heilige Geister. Auf diese Weise wollte er sich Spott und Kummer ersparen. Doch da erschien ihm des Nachts ein wunderbarer Engel. Dieser Engel war eigentlich eine Statue, plötzlich jedoch befähigt, (wie) durch geheime Kräfte, zu reden und sich zu bewegen. Er sprach zu Joseph: „Siehe, euer Sohn soll geboren werden. Denn ich sage dir: Wir hatten eine lange Beratung im Himmel, weil einige nicht wollten, dass ein Halbgott geboren werde, andere jedoch dafür waren. Wir entschlossen uns, aus diesem Kinde einen Wundermenschen zu machen, der den unglücklichen Menschen an Stelle unseres verehrten Gottes hilft." Und der Engel verschwand.
Joseph war aber so erstaunt, dass er sogleich zu Maria eilte und ihr diese wunderbare Begebenheit erzählte.
Tatsächlich gebar Maria ein Wunderkind, jedoch auf ungewöhnliche Weise. Während sie von den Engeln von der Erde fortgehoben wurde, kam das Kind zur Welt. Sogleich liessen sie es zur Erde schweben mit einem Heiligenschein um den Kopf und wunderbaren Gewändern am Körper. Alle Menschen sanken vor tiefer Ehrfurcht auf die Knie, als sie das Gefolge der Engel und die schöne Frau Maria mit dem Kind in einem überhellen Schein vom Himmel schweben sahen.
Unten angekommen, bezogen sie sogleich einen wunderschönen Palast, und die Engel hielten Wache bei dem Göttersohn.
Und siehe, mit dieser aussergewöhnlichen Geburt, dem Geschenk der himmlischen Kräfte, wurde die Welt von allem Übel erlöst.

f.  Die Weihnahtsgeschichte nach dem Koran: Sure 19,15-35
Und erwähne im Buch Maria. Als sie sich von ihrer Familie an einen östlichen Ort zurückzog und sich von ihr abschirmte, da sandten Wir Unseren Engel Gabriel, und er erschien ihr in der Gestalt eines vollkommenen Menschen; und sie sagte: „Ich nehme meine Zuflucht vor dir beim Allerbarmer, (Lass ab von mir) wenn du Gottesfurcht hast.“
Er sprach: „Ich bin der Bote deines Herrn. (Er hat mich zu dir geschickt) damit ich dir einen reinen Sohn beschere.“ Sie sagte: „Wie soll mir ein Sohn (geschenkt) werden, wo mich doch kein Mann (je) berührt hat und ich auch keine Hure bin?“ Er sprach: „So ist es; dein Herr aber spricht: ‚Es ist mir ein Leichtes, und wir machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu Unserer Barmherzigkeit, und dies ist eine beschlossene Sache‘.“
Und so empfing sie ihn ( = ihren Sohn) und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück. Und die Wehen der Geburt trieben sie zum Stamm einer Dattelpalme. Sie sagte: „O wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!“ Da rief er (= der Baum) ihr von unten her zu: „Sei nicht traurig. Dein Herr hat dir ein Bächlein fließen lassen; und schüttele den Stamm der Palme in deine Richtung, und sie wir frische reife Datteln auf dich fallen lassen. So iss und trink und sei frohen Mutes. Und wenn du einen Menschen siehst, dann sprich: ‚Ich habe dem Allerbarmer zu fasten gelobt, darum will ich heute mit keinem Menschen reden‘.“ Dann brachte sie ihn ( = Jesus) auf dem Arm zu den Ihren. Sie sagten: „O Maria, du hast etwas Unerhörtes getan. O Schwester Aarons, dein Vater war kein Bösewicht und deine Mutter war keine Hure.“ Da zeigte sie ( = Maria) auf ihn ( = Jesus). Sie sagten: „Wie sollen wir zu einem reden, der noch ein Kind in der Wiege ist?“ Er (Jesus) sagte: „Ich bin ein Diener Gottes; Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er gab mir seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Zakah ( = Sozialabgabe), solange ich lebe; und (Er befahl mir) ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde.“
Dies ist Jesus, Sohn der Maria – (dies ist ) eine Aussage der Wahrheit, über die, die uneins sind. Es geziemt Gott nicht, sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: „Sei!“ und es ist. „Wahrlich, Gott ist mein Herr und euer Herr. So dient ihm! Das ist ein gerader Weg.“

Nach der Übersetzung des Al-Qur’an Al-Karim und seine ungefähre Bedeutung in deutscher Sprache von
A.M. Ibn Ahmad Ibn Rassoul. Köln: Islamische Bibliothek 1998, 15. verbesserte Auflage.
(Bei der Bearbeitung wurde das Wort „Allah“ (= arabisch: Gott) durch „Gott“ ersetzt.
Schülertext, 10.Klasse
Zuerst erschienen in Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau (Hg.): Gespiegelte Wahrheit. Biblische Geschichten und Kontexte anderer Religionen. Iserlohner Con-Texte 18 (ICT 18). Iserlohn 2003, S. 27–29
Neubearbeitung: Reinhard Kirste
 Relpäd/Weihnachten/weihnacht

Gespräch über Weihnachten mit Margot Käßmann am 25.12.2015 in rbb-Mediathek: