Samstag, 30. Dezember 2017

Raimundus Lullus - Dialog mit den Wissenschaften - Dialog der Religionen (aktualisiert)

Auf den 700. Todestag vorausblickend:
Plakat auf der Frankfurter Buchmesse 2015


Der Mallorquiner Ramon Llull (1232-1316), so sein katalanischer Name (mittelalterliche Schreibweise: Lull oder Lullus), gehört zu den faszinierendsten, genialen, aber durchaus auch ambivalenten Gestalten auf der Bruchlinie zwischen Christentum und Islam, die sich auch durch seine Heimat zog, die Insel Mallorca. Llull gehört zur ersten Generation derer, die wieder eine christliche Herrschaft auf dieser Mittelmeerinsel erlebten.
Aber was noch wichtiger ist: Überzeugt vom christlichen Glauben als wahrem Heilsweg, sieht er die Möglichkeit, über durch Vernunft gelenkte Diskurse mit Menschen anderen religiöser Traditionen diese zu der Wahrheit des christlichen Glaubens hinzuführen. Hinter dem Gottesglauben von Juden und Muslimen, sieht er nämlich den einen Gott, der die ausgeformten Religionen übersteigt. Damit gehört er zu den ersten christlichen Theologen überhaupt, die sich auf einen ehrlichen Dialog mit dem Islam einlassen. Er wagt es denkend zu argumentieren, dass Juden, Christen und Muslime an den einen Gott glauben, dass sie der gemeinsame Monotheismus trotz aller Unterschiede verbindet. Allerdings möchte er dies mit Hilfe der Trinität als hermeneutischem Kriterium nachweisen. Das zeigt sein christliche Missionsintention, aber auch die konsequente Ablehnung von Gewalt und Zwangsbekehrung von Muslimen, die er ja auf Mallorca unmittelbar erlebte. Gleichzeitig lässt sich eine Aktualität des Dialogisierens entdecken, zumal gerade heutige Theologen wie Raimon Panikkar und Jürgen Moltmann diesen Versuch unter heutigen Bedingungen wieder aufnehmen.

Annemarie Mayer: Drei Religionen - ein Gott.
Ramon Llulls interreligiöse Diskussion der Eigenschaften Gottes.

Freiburg u.a.: Herder 2008, XII, 481 S.

Die Mitarbeiterin am Institut für Ökumenische Forschung in Tübingen, Annemarie Mayer hebt mit der Zielrichtung ihrer Arbeit genau auf dieses interreligiöse Interesse ab und sieht in der Diskussion Llulls um die Eigenschaften Gottes, wie sie Juden, Christen und Muslime sehen, die Chance nicht nur eine theologiegeschichtliche Habilitation zu schreiben, sondern einen Beitrag zu einem fundierten interreligiösen Diskurs der Abrahamsreligionen, um damit „eine Auseinandersetzung mit der Position Lulls vor dem Hintergrund der Gegenwartstheologie“ (S. 41) zu leisten. Dieser dialogischen Ansatz wird nun schwerpunktmäßig an Lulls „Buch vom Heiden und den drei Weisen“ / Llibre del gentil e dels tres savis ( = Heide, Jude, Christ, Sarazene/Muslim) durchgespielt, indem nicht einfach die Eigenschaften Gottes im Christentum, Judentum und Islam referiert werden, sondern so, dass das „Dass“ und das „Wie“ der Existenz Gottes in verschiedenen Glaubensaussagen, damit auch an den jeweiligen Glaubensbekenntnissen der drei Religionen, geprüft wird. Die fast raffinierte hermeneutische Methode Llulls besteht nun darin, Substanz-Aussagen nicht als endgültig zuzulassen, sondern die Eigenschaften Gottes in ihre jeweiligen Relationen – und das heißt auch, in den betreffenden Weltbezug zu setzen. Der „arabische“ Christ Llull versucht auf diese Weise die anti-trinitarische Argumentation im Islam auszuhebeln, ohne in anti-islamische Polemik zu verfallen.
Nachdem Annemarie Mayer den unterschiedlichen Ebenen von Eigenschaften und Existenz Gottes in Llulls Argumentation sorgfältig nachgegangen ist und auch die verschiedenen, oft genug abweichenden Äußerungen von Llull-Forschern miteinander verglichen hat, stellt sie die Frage, ob Juden, Christen und Muslime an denselben Gott glauben:
„Lull beantwortet diese Frage zwar mit Ja. Er nimmt nicht verschiedene Monotheismen in Judentum, Christentum und Islam an. Allerdings geht er dennoch von erheblichen Unterschieden im Gottesbild dieser drei Religionen aus: Lulls Gott, der christliche Gott, ist Person und handelt. Trifft dies auch auf Allah und Jahwe zu? Laut Lull insofern nicht, als im Islam und Judentum Gott die Momente des Mitseins und der Relationalität fehlen! Der trinitarische Gott offenbart sich (auch in der Schöpfung) und ist mit der Welt solidarisch … Der Vorwurf Lulls an die anderen beiden Religionen lautet: In ihrem Gottesdenken sei Gott nicht ab aeterno gut, da er vor der Schöpfung nur als potentiell gut gedacht werde; das bonum müsse aber immer diffusum sui sein, da dies sein Wesen ausmache“ (S. 415).
Das heißt doch nichts anderes, als dass Gott mit seinen verschiedenen Eigenschaften logischerweise konsequent nur trinitarisch sein kann. Juden und Muslime berücksichtigen zu wenig, dass die Wesenzüge Gottes sich in seiner Offenbarung (als relational) realisieren. Diese Argumentation sichert Llull über die Seinslehre (Ontologie) ab und verbindet die Frage nach dem Heil mit der religiösen Wahrheit, die einzig und nicht vielfältig ist. Den damit eigentlich unvermeidlichen Konflikt mit dem Islam und dem Judentum entschärft er dadurch, dass er Wahrheit auch in anderen Religionen erkennen kann, ähnlich wie schließlich im 20. Jh. das 2. Vatikanische Konzil argumentierte.
Historisch sei angemerkt, dass Llull selbst unter dem König Jaime II. erreicht hatte, dass 1276 an der Westküste Mallorcas, in Miramar, ein Kolleg errichtet wurde, in dem die Mönche orientalische Sprachen lernten und mit den Bräuchen anderer Völker vertraut gemacht wurden, um sie schließlich zum Christentum durch Überzeugungskraft zu bekehren. Dazu schrieb er ein praktisch-theologisches Programm, die „Ars Magna“, in der die Grundpositionen des Llibre del gentil wieder auftauchen.
Annemarie Mayer bestätigt im Grunde mit ihrer Arbeit, dass Llulls religions-ökumenische Theologie darin gipfelt, allen Menschen das Beste dieser und jener Welt anzubieten, so wie es Christus von Gott her gelehrt hatte. Er entwickelte von daher nicht nur eine mögliche Umorganisation der Kirche und des Vatikans, sondern auch Gedanken einer Weltkonferenz für den Frieden, eines überstaatlichen Gremiums, das die moralische Kraft und Qualität hätte, den Weltfrieden zu sichern. In diesen Überlegungen spiegeln sich bereits Gedanken eines Parlaments der Weltreligionen (CPWR,) wie dies 1893, dann 1993 jeweils in Chicago, 1999 in Kapstadt und schließlich 2004 in Kataloniens Hauptstadt Barcelona praktisch wurde. Mission und Bekehrung der Andersgläubigen blieb zwar weiterhin Llulls Ziel, allerdings ohne die Anwendung von Gewalt, allein durch das dialogische Gespräch. Dieses ist darum möglich, weil nach Llulls Auffassung Christen, Muslime und Juden menschlich auf derselben Ebene stehen und sich darum ganz frei mit dem Heilsangebot in Jesus Christus auseinandersetzen können.
Für diese umfassende und sorgsam – gerade auch an den katalanischen Quellen – recherchierte Habilitation kann man im Blick auf das heutige interreligiöse Gespräch nur dankbar sein, sieht man doch trotz aller theologischen Polemik und Verurteilungen eine Linie des Dialogischen seit dem Mittelalter bis in die Gegenwart wirken, und zwar auf der Ebene des Respekts auf der Basis unbestrittener gleichwertiger Menschlichkeit, welcher Religion auch immer die Gesprächspartner angehören mögen. Dies hat Annemarie Mayer an Ramon Llull deutlich herausgehoben.

Vgl. auch Peter Walter (Freiburg/Br.): Muss(te) Raimundus Lullus scheitern?
Die Möglichkeiten des Religionsdialogs damals und heute (aaO S. 50-67).
In: Ludger Lieb / Klaus Oschema / Johannes Heil (Hg.):
Abrahams Erbe: Konkurrenz, Konflikt und Koexistenz der Religionen
im europäischen Mittelalter.

Das Mittelalter. Perspektiven mediävistischer Forschung. Beiheft 2
Berlin: De Gruyter 2015, 632 S., Register




Das Buch vom Freund
und dem Geliebten.
Katalanisch-Deutsch
Hamburg-Lehmweg
2016, 233 S.
  • Ramon Llull - 700 Jahre: 1316 - 2016
    Liebender und Geliebter (SZ online, 29.08.2016)
  •  Ramon Lull: Buch vom Heiden
    und den drei Weisen. 
    Freiburg u.a.: Herder 1986 - mit Kommentaren von
    Raimon Panikkar, Anthony Bonner, Charles Lohr, Hermann Herder.  
  • Ramon Llull: Buch vom Heiden und den drei Weisen.
    Stuttgart: Reclam 1998

     Rezension in der FAZ, 14.08.1998  
  • Lulle et la condamnation de 1277. La Déclaration de Raymond écrite sous forme de dialogue. Louvain-La-Neuve, Leuven, Paris 2006.
  • Amador Vega: Ramon Llull y el secreto de la vida
    (Llull und das Geheimnis des Lebens). Madrid: Siruela 2002

    Der Religionsphilosoph A. Vega (Barcelona) beschreibt Ramon Llull unter drei Gesichtspunkten:
    1. Geheimnis des Lebens:
        Konversion, Studium, Kontemplation, Botschaft
    2.  Weisheit und Kompassion 
    3.  Durchbruch zu einer "Alchemie der Sprache."

Einführung zu Ramon Llull mit weiteren Literaturhinweisen
  • Reinhard Kirste: Spuren einer größeren Ökumene. Ramon Llull und Mallorca. In Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka (Hg.):  Hoffnungszeichen globaler Gemeinschaft. Religionen im Gespräch Bd. 6 (RIG 6).
    Balve: Zimmermann 2000, S. 390-395.
    --- 
    Download als PDF-Datei: hier
  • Peter Bexte / Werner Künzel: Die Ars des Raimundus Lullus.
    Eine mediterrane Kommunikationslogik. In:
    Gereon Sievernich / Henrik Budde (Hg.): Lesebuch zur Ausstellung
    "Europa und der Orient". Ausstellung der Berliner Festspiele. Berlin 1989, S. 38-42
  • Peter Bexte / Werner Künzel: Die Ars des Raimundus Lullus. Berlin 1989
    Exzerpt: hier
  • Knut Martin Stünkel: Una sit religio.
    Religionsbegriffe und Begriffstopologien bei Cusanus, Llull und Maimonides.
    Würzburg: Königshausen & Neumann 2013, 210 S.
  • Itinerarios Históricos en las Islas Baleares
    im Zusammenhang von
    Conquista y Reino Privativo --- La Ruta de Ramon Llull
Reinhard Kirste 

CC 
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Eine befreiungstheologische islamische Hermeneutik: Farid Esack



Der südafrikanische islamische Theologe Farid Esack (geb. 1959) gehört zu den progressivsten Denkern und Koranauslegern. Auf dem Hintergrund des Kampfes gegen die Apartheid ist in Südafrika nicht nur eine interreligiöse Solidarität entstanden, sondern es hat sich auch eine befreiungstheologische Lesart des Korans entwickelt.

Seine Intentionen, die er besonders in dem Buch „On Being a Muslim“ deutlich macht[1] gehen dahin, dass er den Islam als einen Weg zwischen de-humanisierendem Fundamentalismus und veraltetem Traditionalismus hin zu einem aktualisierenden Verständnis des Islam erkennt. Dieser Islam zeichnet sich durch soziale Gerechtigkeit, individuelle Freiheit und die Suche nach dem Transzendenten aus. Sie sind wichtiger als die institutionell-religiösen Strukturen und sich verfestigende Auslegungen des Korans. Die dort angezeigte Menschlichkeit ist die Triebkraft, sich für einer menschlichere und gerechtere Welt so einzusetzen, so dass die Menschen wirklich frei sind und aus freiem Willen heraus Gott zum Zentrum ihres Lebens zu machen.
Quellen des Muslim-Seins
Von dem Zentrum her: „Mit Gott zu sein“ (On Being with Allah“) wird auch das eigene Selbstverständnis erneuert („On Being with Myself“). Daraus erwächst die Beziehung zum anderen, indem er den Koran als Leitmotiv wählt, dessen Aussagen er in den eigenen Erfahrungen spiegelt. Sie gipfeln in der Ermutigung, für andere da zu sein. Angesichts solcher persönlicher und gesellschaftlicher Verantwortung kann man Religion und Politik nicht voneinander trennen. Es geht von daher nicht an, in apolitischen persönlichen Religiosität zu versinken,, um die eigene Erlösung zu suchen. So lässt sich die Welt nicht retten, vielmehr gilt es bisherige Unterdrückungsmechanismen aufzuzeigen. Dies gilt auch im Verhältnis von Mann und Frau. Von den Barmherzigkeits- und Freundlichkeitsaussagen des Korans her fordert er die gesetzliche Gleichstellung der Geschlechter. Nicht der Islam ist das Problem im Blick auf die Ungleichheiten von Mann und Frau, sondern die Dominanz der Männer bei der zeitgenössischen Interpretation des islamischen Gesetzes. Ähnliches gilt für alle Formen rassistisch motivierter Unterdrückung. Im Blick auf Südafrika zeigt sich hier ein besonders beunruhigender Zusammenhang zwischen Apartheid und Sexismus.
Die aktualisierende Korandeutung
Esacks aktualisierende Korandeutung geht weg von einlinigen und einseitigen Interpretationen. Zum einen bezieht sich Deutung auf die eigene, gegenwärtige Situation und zum anderen auf die Situation zur Zeit des Propheten. Dieses Verständnis setzt sich in ethisches Handeln um. Diese Ethik basiert in der Schöpfungsverantwortung vor Gott. Daraus folgt, dass Menschen, welchen Glaubens, welcher Rasse, welchen Volkes auch immer mit der von Gott ausgezeichneten Würde behandelt werden müssen. Die anzustrebende Wahrheit wendet sich gegen Vorurteile und Verschwörungstheorien. Diese entstehen nämlich, wenn Menschen sich nicht mit der von Gott eingeforderten Weltverantwortung und Wahrheit auseinandersetzen wollen und damit Gewalt und Erniedrigung sogar noch für rechtens reklamieren.
Befreiung und Pluralität – die Freiheit aus dem Koran
Es ist nicht verwunderlich, dass angesichts vielfältiger Koranauslegung besonders konservative Theologen, die jede Form von fitnah (= Unordnung / Zwietracht) vermeiden wollen, Esacks revolutionären Ansätze ablehnen. Interessanterweise hat dieser Ansatz auch die Beziehung zu Christen gefördert, die gerade in Südafrika aus ihrer Bibel-Interpretation heraus zu ähnlichen Ergebnissen kamen.
Sein Buch zum Koran, zur Befreiung und zum Pluralismus [2] versteht er darum als eine interreligiöse Perspektive, die die Solidarität aller Menschen guten Willens beinhaltet. So entwickelt sich aus dem bisherigen Verständnis heraus ein Vorgehen gegen gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Ausbeutung sowie unterdrückter und marginalisierter Personengruppen in Südafrika. Ein intensiv praktizierter Islam steht über traditionellen quasi dogmatischen Vorgaben: „Dogma may precede praxis, but not in a theology that is committed to liberation[3]. Es ist aber zugleich eine Befreiung, die sich auf die Friedensaussagen im Koran stützt und sie zum hermeneutischen Leitmotiv erhebt. Gleichzeitig ist offenkundig, dass Esacks Anti-Apartheid-Engagement in Südafrika von seinem Koranverständnis her motiviert ist. So entwickelt er eine ‚Islamische Befreiungstheologie’ deren Verwandtschaft mit Strömungen der christlichen Befreiungstheologie Lateinamerikas offenkundig ist.
Hermeneutisch legt er darum Wert drauf, die Offenbarung immer im Zusammenhang ihres Kontextes zu sehen, und zwar in immerwährender Interaktion im Sinne von tadrij, also fortschreitender Offenbarung. Diese Interaktion muss nun von Theologen und Nichttheologen gleichermaßen gestaltet werden, indem immer wieder islamische Verständnisse im freien Diskurs aufeinandertreffen und Bedeutungen für die Gegenwart herausarbeiten. Dabei werden vier hermeneutische Vorgaben benannt, die auch der traditionellen Koranauslegung bekannt sind:
1.     Tawhid, die gleichzeitige Ganzheit und Einheit Gottes
2.     Das Einbeziehen der al-mustad’afun fi’l ard, das heißt der Unterdrückten und derjenigen, die am Rande der Gesellschaft stehen
3.     ‚Adl wa qist, die Harmonie aus Balance und Gerechtigkeit, sowie als Besonderheit:
  1. jihad-as-praxis[4] (S. 108), die Anstrengung in der Praxis des Glaubens.
Der Koran selbst gibt Esack für den interreligiösen Dialog die Möglichkeit, die Differenzierung von „Self“, also den eigenen muslimischen Glauben vom „Other“, also den Überzeugungen Andersgläubiger abzugrenzen, aber den anderen dabei nicht auszugrenzen. Ohne religiöse Identität ist keine interreligiöse Begegnung möglich, sie ist aber in einer pluralen Gesellschaft notwendig. Darum wehrt er sich gegen Absolutheitsansprüche der Religionen und fordert die Akzeptanz und Würdigung der Vielfalt von Religionen ein, weil sie alle von Gott kommen („He is above all forms of service to Him“). Nur durch cross-cultural interfaith solidarity sei wirkliche Befreiung möglich.
Für Farid Esack ist also das Tor des Idjtihad, d.h. die Weiterentwicklung der Koranauslegung nie geschlossen worden, auch wenn es solche Behauptungen gibt. Theologie ist ein ständig fortdauernder Prozess. Die Geschichte allein verbietet Auslegungen, die ein für alle mal und ewig festgelegt gelten. Dies gilt gleichermaßen des Korans und auch der Bibel als Offenbarungen Gottes, die heutige Antworten herausfordern.
Reinhard Kirste

Relpäd/Esack-Hermeneutik, bearbeitet 09.12.13
CC


[1]  On Being a Muslim: Finding a Religious Path in the World Today. Oxford: Oneworld 1999
Rezension zu:
 On Being a Muslim
[2]  ESACK, Farid: Qur’an, Liberation and Pluralism. An Islamic Perspective of Interreligious Solidarity
Against Oppression. Oxford: Oneworld 1997 --- Rezension hier zu:
Qur´an,Liberation & Pluralism
[3]   Esack aaO 85
[4]   Esack aaO 108

Sonntag, 24. Dezember 2017

Leo Lebendig und das Friedenslicht der Religionen (aktualisiert)


Lichtinstallation in der Kirche
 Dortmund-Brackel
Der  "Lichtmaler" Leo Lebendig aus Dortmund hat seit 2005 mehrere Kunst-Projekt entwickelt, die die  kollektive Sehnsucht nach einem zukünftigen friedlichen Miteinander der Kulturen als visuelle Projektionen aufnehmen: Judentum, Christentum und Islam er-scheinen z.B. als Lichtkugel oder Leuchtzeichen:
So wird die Installation des Lichtkörpers an besonderen religiös/kulturell geprägten Orten als ein Zeichen für die gegenseitige Achtung der jeweils Anderen verstanden: Die Ausübung der unterschiedlichen Religionen im eigenen, nachbarschaftlich erlebten Milieu - sei sie städtisch-regional und damit unmittelbar oder international, d.h. medial vermittelt gelebt - bedeutet im kommunalen, nationalen und internationalen Kontext identische Vielfalt, schenkt Leben.


Die Projekte von Leo Lebendig von 2005-2016


Die Jury des INTR°A-Projektpreises für Komplementarität der Religionen hatte für das Jahr 2012 das Projekt "Friedenslicht der Religionen" von Leo Lebendig ausgewählt.
Der mit 5000 € dotierte Preis wurde im Rahmen der Jahrestagung der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A) am 4. November 2012 in Schloss Eichholz (Wesseling bei Bonn) verliehen. Bericht zur Preisverleihung: hier

Coloured Black Oktogon
bei der Langen Nacht der Religionen Berlin
17.09.2016











PROJEKTE und REALISIERUNGEN


Friedenslicht 2011 in der Dormitio-Abtei Jerusalem

Biografisches zu Leo Lebendig 
Leo Lebendig (Hans Jürgen Troegel) wurde 1939 kurz vor Kriegsbeginn in Arnsberg im Sauerland geboren. Im Nachkriegsdeutschland wächst er, frühzeitg zu gestalterischer Tätigkeit angeleitet, in Auseinandersetzung mit dem Versuch des Begreifens der historischen Vergangenheit  und des Erwerbs der Bildsprache der nun geltenden »Abstrakten Kunst» auf. Heute, zu Beginn des neuen Jahrtausends und im Bewusstsein der die Menschheit tödlich bedrohenden Gefahren, umschreibt Leo Lebendig seine Tätigkeit als Licht-Maler mit dem Begriff : "Initiatorische Kunst" – "Sie markiert die Fahrt des Geistes auf den Wellen des Lichts und öffnet der Seele das Tor zum Lebendigen".
Leo Lebendigs künstlerischer Weg ist bestimmt durch die Dialektik von Produktion und Reflexion. Die ständige Ist-Wert-Bestimmung der schöpferischen Tat als eines intentionalen Artefakts führt zu stets neuen Phasen der Kunst- und Lebensbewältigung.
Kunst ist ...
Sehnsucht, in den Dingen zu sein.  1964
Sehnsucht, in den Menschen zu sein.  1973
Sehnsucht, in mir selbst zu sein.  1984
Sein – Mensch sein.  1991
Sehnen nach dem Einssein mit Gott.  2000

So stellt Leo Lebendig in den 60er Jahren, noch mit seinem Geburtsnamen Hans Jürgen Troegel signiert, von der Liebe zu Miró durchdrungene kalligraphische Bilder aus – 
erklärt im nächsten Jahrzehnt den Aufbau 
des freien Kommunikationszentrums«Nachbarschafts-Haus Dortmund-Wambel» 
zum Sozialen Kunstwerk – 
entdeckt in den 80er Jahren beim beidhändigen Malen sein Selbst 
und seinen Künstlernamen «Leo Lebendig» – 
begegnet im folgenden Jahrzehnt seinem «Licht des Lebens» 
und entschlüsselt sein «Lebensbild» mit dem Titel »Erkenne dich selbst, o Mensch!» oder «Alle Wege führen zu Gott».
Heute bezaubert Leo Lebendig landesweit die Besucher von Kirchen und öffentlichen Räumen durch seine raumgreifenden Lichtinszenierungen, die mit der geistigen Kraft der Farbe den nach friedlichem Zusammenleben Suchenden den Weg erhellen.



Dienstag, 19. Dezember 2017

Weltethos - Goldene Regel - Verantwortung (aktualisiert)

Zur ORIENTIERUNG

PRAKTISCHE BEISPIELE

10 Gebote - 10 Plagen, Bildtatfel
in der St. Georgskirche Dinkelsbühl

Foto dank freundlicher Genehmigung
durch die kath. Pfarrei St. Georg Dinkelsbühl
                                                                                      

Die 7 Todsünden: Stolz, Habsucht, Neid, Zorn, Wollust, Völlerei und Trägheit 


Zehn Gebote - Zehn Plagen
- eine spätmittelalterliche Bildtafel in Dinkelsbühl



MEDIEN und BÜCHER(-REZENSIONEN):
Wertewandel, Moral, Menschenrechte, Weltethos

RELIGION UND WIRTSCHAFT