Donnerstag, 2. Februar 2017

Das Ramayana – Botschaft vom Sieg des Guten (Nacherzählung)

               Die 3 Frauen von Dasharata                                                  Affenkönig Hanuman
              Nacherzählung (englisch), Bombay 1982                                                            Ausgabe Diederichs 1983              

Buch 1: In Ramas Elternhaus

Das erste Buch des Ramayana beschäftigt sich mit der Kindheit von Rama und dem König Dasharata von Ayudhya/Ayodhya
Er wird später der Vater von Rama. 

Dasharatha heiratet insgesamt drei Frauen:
 Kaushalya (Hauptfrau), Kaikeyi und Sumitra (Nebenfrauen).

Dem Königreich geht es unter der Herrschaft von Dasharatha sehr gut. Es lebt in Frieden und erblüht in Wohlstand. Allerdings wird dieser Friede durch die Angriffe eines dämonischen Nachbarkönigs gestört. Dasharatha sieht sich gezwungen, gegen ihn in den Krieg zu ziehen. Dasharathas Nebenfrau Kaikeyi mischt sich heimlich unter die Soldaten, da sie ihren geliebten Mann nicht allein lassen will. Während des Gefechts rettet sie dem König Dasharatha das Leben. Dieser verspricht ihr als Dank die Erfüllung zweier Wünsche. Doch Kaikeyi hat zu diesem Zeitpunkt keinen anderen Wunsch als die Gesundheit ihres Mannes. Und so kehren sie glücklich in den Palast zurück.

Der König aber bleibt lange kinderlos und aus Angst um seine Thronfolge lässt er eine große Opferfeier vorbereiten, um die Götter um Kinder zu bitten.
Das erbrachte Opfer ist erfolgreich, und die Söhne werden geboren. Rama von Kaushalya, Bharata von Kaikeyi und Lakshmana und Shatrughna von Sumitra.
Dem König wird von dem höchsten Priester die Bestimmung seiner Söhne mitgeteilt. Denn die Söhne haben unterschiedliche Anteile des Gottes Vishnu. Vishnu hatte sich entschlossen, als Mensch auf die Erde herabzusteigen, um den Dämonen Rahwana, den Urheber alles Bösen zu vernichten. Rahwana hatte einst vom Gott Shiva als Belohnung für eine gute Tat das Versprechen erhalten, niemals von einem Gott oder Dämonen getötet werden zu können. Doch nun gibt er sich ganz dem Bösen hin. Der einzige Ausweg ist, dass Rahwana von einem Sterblichen getötet wird. Die Söhne des Königs Dasharatha werden dazu ausgewählt.
Bald schon müssen die Söhne des Königs ihre erste Bewährungsprobe bestehen. Der Priester bittet um Hilfe bei dem Kampf gegen zwei fürchterliche Dämonen. Der König willigt zwar ein, macht sich aber große Sorgen um seinen Lieblingssohn Rama. Zusammen mit seinem Bruder Lakshmana geht Rama mit dem Priester mit.
Die Sorge des Königs um Rama ist völlig unbegründet. Alle Boten, die zurück in den Palast eilen, können nur Gutes über die Heldentaten berichten, die Rama im Kampf vollbringt.        
Eines Tages erreicht den König die Nachricht über die anstehende Hochzeit Ramas mit Sita. Freudig reist er in das ferne Königreich, um seinen Sohn zu sehen und seine Schwiegertochter kennen zu lernen. Doch nicht nur Rama wird heiraten, auch seine Brüder verlieben sich in die Schwestern von Sita und so wird eine vierfache Hochzeit gefeiert. 
Buch 2:  Wichtige Ereignisse in Ayudhya (Ayodhya)
Nachdem Rama und Sita zwölf Jahre verheiratet sind, entscheidet Dasharatha, Rama zum König krönen zu wollen. Kaikeyi, aufgehetzt durch ihre Dienerin Manthara, ist erzürnt über die Vernachlässigung ihres eigenen Sohnes und will nun die zwei Wünsche einlösen, die ihr Dasharatha einst gewährte. Sie verlangt, dass Rama für vierzehn Jahre ins Exil gehe und ihr Sohn Bharata König werde. Die Wünsche zu erfüllen ist für den König Ehrensache, auch wenn ihm die Entscheidung nicht leicht fällt. Rama beugt sich dem Wunsch des Vaters. Sein Bruder Lakshmana und seine Frau Sita begleiten ihn in den Dschungel. Nach Ramas Weggang stirbt der König bald darauf an gebrochenem Herzen.
Bharata will nicht aufgrund der Intrige seiner Mutter König werden und besucht Rama in seiner Einsiedelei. Lakshmana bittet Rama zurückzukommen und den Thron zu besteigen. Doch Rama will dem Wunsch seines Vaters entsprechen und lehnt ab. Bharata bittet Rama um seine Sandalen, die er vor den Thron stellen werde so lange er für ihn regiere.
Buch 3: Das Leben im Wald
Rama, Sita und Lakshmana ziehen nach dem Abschied von ihrem Bruder noch tiefer in den Wald hinein, wo sie in einfachen Hütten leben. Doch ihre Einsamkeit bleibt nicht ungestört, sie bekommen Besuch von der Schwester Rahwanas; auch sie ist ein schrecklicher Dämon und bedroht Rama und seine Gefährten. Doch es gelingt ihnen, den schrecklichen Dämon in die Flucht zu schlagen. Aber die Bedrohung ebbt auch in den nächsten Tagen nicht ab, immer wieder müssen die beiden Brüder gegen Dämonen kämpfen. Es gelingt Rama, alle Dämonen zu töten. Nur die Schwester Rahwanas überlebt. Wutentbrannt kehrt sie zu ihrem Bruder zurück und erzählt ihm von der schönen Sita. Wenn Rahwana sich Sita zueigen machen würde, würde Rahwana so gleichzeitig Rama vernichten können.
Rahwana geht zu seinem Onkel Maricha und bittet ihn um Hilfe bei der Entführung Sitas. Gemeinsam hecken sie eine List aus. Maricha soll sich in eine Gazelle verwandeln, um so Rama und Lakshmana vom Haus weg zu locken. So geschieht es auch. Als Sita die wunderschöne, anmutige und liebliche Gazelle auf der Wiese vor ihrer Hütte erblickt, bittet sie ihren Mann Rama darum, die Gazelle für sie einzufangen. Rama begibt sich auf die Jagd nach der Gazelle. Doch als Rama nach mehreren Tagen immer noch nicht zurückgekehrt ist, machen sich Sita und Lakshmana Sorgen. Und Lakshmana macht sich auf, um seinen Bruder Rama zu suchen. Sita bleibt allein in der Hütte zurück.
Als Lakshmana Rama endlich findet, beugt dieser sich gerade über die Gazelle, die er mit einem Pfeil getroffen hatte. Die Gazelle verwandelt sich in den Dämon Maricha. Rama und Lakshmana erkennen mit einem Mal, dass sie reingelegt wurden und eilen zu Sita zurück, doch sie kommen zu spät. Sita ist nicht mehr da. Rama ist am Boden zerstört, doch er verspricht, solange nach seiner geliebten Frau zu suchen, bis er sie gefunden hat. Die Männer packen das Nötigste zusammen und machen sich auf den Weg nach Sri Lanka.
Buch 4: Bei den Affen
Bei ihrer Reise nach Sri Lanka durchqueren die Brüder das Affenreich und begegnen dort Hanuman, den größten unten den Affen und Freund des verbannten Sugriva. Sugriva wurde von seinem eigenen Bruder aus dem Königreich verjagt. Rama, Lakshmana, Hanuman und Sugriva schließen bald Freundschaft und beschließen, sich gegenseitig zu helfen. Rama tötet Sugrivas Bruder Vali in einem großen Kampf und hilft Sugriva so, auf den Königsthron zurückzukehren. Im Gegenzug hilft Sugriva Rama bei der Befreiung von Sita, indem er Suchtrupps zusammenstellt. Hanuman und den Männern die mit ihm sind, gelingt es letztendlich,  Sita in Sri Lanka zu finden.
Buch 5:  Hanuman als Spion
Das fünfte Buch beschreibt im Detail die Abenteuer Hanumans. Hanuman hat sich einen Gleitdrachen gebaut und ist so auf die Insel Sri Lanka gelangt. Er findet Sita und gibt ihr Ramas Ring als Erkennungszeichen. Er will mit ihr zurückkehren, doch Sita lehnt ab, sie will von keinem andern Mann als dem ihren gerettet werden. Sie verlangt, dass Rama selbst käme.
Hanuman möchte nicht unverrichteter Dinge zurückkehren und zettelt einen Kampf gegen Rahwanas Truppen an, in welchem er all seine Widersacher tötet. Als Strafe setzt Rahwana Hanumans Schwanz in Brand, doch auch das kann den mutigen Affen nicht stoppen. Er setzt auf seiner Flucht ganz Sri Lanka in Brand und kehrt schließlich in das Affenreich zurück.
Buch 6: Ramas Auftrag
Als Rama und Lakshmana Hanumans Bericht hören, machen sie sich sofort auf den Weg nach Sri Lanka. Mit Hilfe der Götter gelingt es ihnen, eine Brücke aus Felsbrocken über das Meer zu bauen, so dass sie mit ihrem gesamten Heer in Sri Lanka ankommen. Ein heftiger Kampf entbrennt, in dem es Rama gelingt, Rahwana zu töten. 
Die Affen stürmen den Palast und Rama verlangt, dass Sita zu Ihm gebracht werde. Doch als Rama seine wunderschöne Frau sieht, wachsen in ihm Zweifel, ob sie wirklich während der Zeit ihrer Gefangenschaft über treu war.

Die tieftraurige Sita entzündet nun einen Scheiterhaufen und stellt sich in das Feuer, welches sie jedoch nicht verletzt. Dadurch ist ihre Reinheit bestätigt. Die Götter erscheinen, um die göttliche Natur Ramas und Sitas zu bestätigen. Glücklich kehren Sita, Rama und Lakshmana zusammen mit Hanuman nach Ayudhya/Ayodhya zurück.
                                                                                                                          
                                                                                                        © Jana Hanneger
Im Rahmen des Seminars: Interreligiöses Lernen mit Heiligen Schriften und Erzählungen
aus den Weltreligionen  (TU Dortmund, WisSe 2016/2017

Schaubild: Steffi Reinke, TU Dortmund (bearbeitet, 02.02.17)

                                
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