Sonntag, 21. Januar 2018

Raimon Panikkar, Grenzgänger und Brückenbauer

»Ich bin als Christ gegangen,
ich habe mich als Hindu gefunden,
und ich
kehrte als Buddhist zurück,
ohne doch aufgehört zu haben, ein Christ zu
sein.«

So lässt sich mit den eigenen Worten des am 26. August 2010 verstorbenen Raimon Panikkars dessen biografische Wanderung charakterisieren. Der Sohn einer spanischen Mutter und eines indischen Vaters (geb. 03.11.1918) wurde durch den katholisch-hinduistischen Rahmen seines Elternhauses zu einem faszinierendsten Brückenbauer zwischen den Weltreligionen.
Er hat an vielen Universitäten im Westen wie im Osten gelehrt und der liebevollen Begegnung unterschiedlicher Welten entscheidende Anstöße gegeben
In ihm vereinten sich indisches Yoga, spanisch-mystische Spiritualität, buddhistische Kontemplation und interkultureller philosophoscher Diskurs auf höchstem Niveau und beeindruckender spiritueller Tiefe. Angesichts einer von Säkularisierung geprägten Welt weist er auf eine Gotteserfahrung über alle konfessionellen und kukturellen Schranken hianus auf eine kosmotheandrische Vision, in der das Göttliche, das Menschliche und der Kosmos miteinanander verbunden sind. Mehr zu seiner Biografie hier (in Bearbeitung)
Das Werk Panikkars umfasst eine Fülle von philosophisch-theologischen Schriften, die alle durch diesen diesen dialogischen Charakter geprägt sind.

Eintrag Raimon Panikkars für das INTR°A-Gästebuch
im Jahr 2000:

Wenn wir uns als " Akzidens" der Gottheit erfahren
(d.h. der Gottheit zugehörig), sind wir frei und ohne Angst.

Die Religionen des nächsten Jahrtausends
werden mystisch sein
oder aufhören "Religion" zu sein.


Rezensionen aus Panikkars Büchern
mit ergänzenden Informationen: hier


--- Rezension von Herminio de la Red Vega in "Cultura y Religión", 10.09.2009 von:  PEREZ PRIETO, Victorino:  
Dios, Hombre, Mundo. La Trinidad en Raimon Panikkar. Barcelona: Herder 2008

Texte von Raimon Panikkar
                                  (deutsch, englisch, französisch, spanisch)

Die InterReligiöse Bibliothek (IRB) hat viele Bücher Raimon Panikkars vorgestellt und durfte mehrere Texte von ihm veröffentlichen (Freischaltung der Texte auf Anfrage):

Donnerstag, 18. Januar 2018

Berichte vom Engel der Kulturen 2010 - 2012 und - Ein Engel als"interreligiöses Navi" für Köln

Der Engel während der Abraham-Karawane
im Sommer 2010
auf dem Taksim-Platz Istanbul
Das Künstlerpaar Carmen Dietrich und Gregor Merten aus Burscheid hat mit dem von ihnen geschaffenen Engel der Kulturen schon viel bewirkt: Gegen Rassismus, Islamfeindlichkeit und Rechtsextremismus und für eine friedvolle multikulturelle und multireligiöse Gesellschaft - "Multikulti lebt!"

Den Engel gibt es als großes Rad, das für Toleranz und Versöhnung durch die Städte rollt und mit der Abraham-Karawane schon bis Istanbul kam.
Den Engel gibt es aber auch als Bodenintarsie
und als umgeprägte, ehemalige 50 Cent Münze: Engel-Geld.


Dass aber der Engel als Halsschmuck auch zum "interreligiösen Navi" werden kann, entdeckten die Künstler durch einen "Zufall":
Das Engel-Symbol (mit einem Durchmesser von 7,5 cm) lag auf einem Stadtplan von Köln. Da machte sich das kleine Wunder bemerkbar: Das christliche Kreuz lag genau dort am Rhein, wo der Dom steht, der Davidsstern genau an der Stelle der Kölner Synagoge und der islamische Halbmond an dem Platz, wo die große Moschee in Ehrenfeld ihrer Vollendung entgegengeht.
Da sage noch einer, es gäbe keine Engel ...

Sonntag, 14. Januar 2018

Míkel de Epalza: Ein Evangelium gemäß dem Islam: Das Evangelium des Hl. Barnabas (17. Jh.)

Ausgabe: Accurate Printers
Lahore, Pakistan o.J. (1990?) 
Für die Muslime gibt es drei Evangelien sehr verschiedener Art: das koranische, die christlichen und das Evangelium des Barnabas. 
Das koranische Evangelium (das einzige inyil / inğil) ist eins der heiligen Bücher göttlichen Ursprungs, wovon der Koran spricht,250 geoffenbart oder herabgesandt zu Jesus (Isa Ibnu-Máryam) und durch die Schuld der Christen verloren gegangen. Von seiner Natur weiß man nichts, außer dass es dem Koran zu gleichen hätte, nach Form und Übermittlungsweise („göttliche Offenbarung“: arabisch tansíl  = Herabsendung/Offenbarung). 

Die christlichen Evangelien (seien es die vier offizielle „kanonischen“: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, seien es die nicht offiziellen „apokryphen“) – sie sind bloße Berichte der Jünger Jesu, voll religiöser Absurditäten und Widersprüche untereinander, so die muslimischen Autoren.
Das sogenannte Barnabas-Evangelium ist nach christlicher Auffassung ein „apokrypher, stark islamisierter Text aus der Wende des 16. zum 17 Jahrhundert251, auf Spanisch252 und Italienisch253 geschrieben von gewiss spanischen Muslimen. Es ist wie die anderen christlichen Evangelien aufgebaut, aber ganz dem islamischen Glaubenslehren angepasst. Den Muslimen blieb es bis zum Beginn des 20. Jh.s unbekannt; etwas Erfolg hatte es in Pakistan, Indien und in westlichen Milieus, vor allem englischer und deutscher Sprache.254


Ausgabe 1907 mit durchscheinendem Faksimile
 des Exemplars der Wiener Handschrift, S. 132
Das Evangelium des heiligen Barnabas ist nur dank zweier Manuskripte bekannt, einem im ausge­zeichnetem Spanisch und einem (vollständigerem) auf Italienisch. Der Stil gleicht dem der offiziellen christlichen Evangelien und wird vorwiegend von Lehrreden bestimmt, in denen Jesus seinen Jüngern verschiedene Auskünfte gibt, ähnlich denen des Koran, über Gottes Einheit, das ewige Heil, das Jüngste Gericht, die Höllenstrafen, die Moralvorschriften, darunter die Beschneidung, das Gebet, die Achtung vor der Familie, die Praxis aller Tugenden, vor allem der Unterordnung und des Gottvertrauens. Die Verheißungen der künftigen Ankunft Mohammeds, Tröster und Messias genannt, sind besonders wichtig, ganz auf der Linie der muslimischen Deutung der jüdisch-christlichen Bibel, der gemäß sie auf vielen Seiten das Kommen Mohammeds, des Korans und des Islam ankündigt; diese Texte – so die muslimischen Theologen – von Juden und Christen unterdrückt worden.
„Denk daran, wie Jesus, Mariens Sohn sagte: Kinder Israels! Ich bin der Gesandte, den Gott euch gesandt hat, um die fünf Mosesbücher, die vor mir kamen, zu bekräftigen und einen Gesandten anzukündigen, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmad256 sein. Als Jesus ihnen klare Beweise brachte, riefen sie aus: das ist offenkundig Zauberei.“257
Zu beachten ist auch der Stil, der folgt nicht nur den christlichen Evangelien, sondern auch den islamischen Hadithen, d.h. den Texten, die Mohammed und nicht dem Koran zugeschrieben werden. Auch dort wenden sich die Jünger mit konkreten Fragen an den Meister, der sie dann beantwortet.258
„Zu der Stunde sagten die Juden: Wahrlich, Gott spricht in dir, denn nie hat ein Mensch gesprochen wie du. Jesus erwiderte: Glaubt mir, als Gott mich erwählte, um mich zum Haus Israels zu senden, da gab er mir ein Buch, das als klarer Spiegel in mein Herz sank; alles, was ich rede, kommt aus diesem Buch … Petrus sagte: Steht da die Herrlichkeit des Paradieses geschrieben? Jesus antwortete: Hört, ich werde euch sagen, wie das Paradies ist und wie die Heiligen und Gläubigen dort ohne Ende sein werden, denn das ist eins der höchsten Güter im Paradies.“
… Jesus sagte zu seinen Jüngern: Was denkt ihr vom Paradies? Gibt es einen Verstand, der solche Reichtümer und Wonnen begreifen kann? Der Mensch müsste ebenso viel wie Gott verstehen, um zu wissen, was Gott für seine Diener will ...
-- Petrus erwiderte: Wird unser Körper, den wir jetzt haben, ins Paradies eingehen? Jesus antwortete: Hüte dich, Petrus, dass du nicht ein Sadduzäer wirst. Denn die Sadduzäer sagen, das Fleisch werde nicht auferstehen und Engel gäbe es nicht, deshalb dürfen ihre Seelen und Körper nicht ins Paradies und in dieser Welt nicht von den Engeln bedient werden. (…)
-- Petrus erwiderte: O Meister, wo doch der Körper die Seele hat sündigen lassen, dürfte er nicht ins Paradies.
-- Jesus antwortete: Wie sollte aber der Körper ohne Seele sündigen? Das ist gewiss unmöglich. Wenn du also dem Körper Gottes Barmherzigkeit wegnimmst, verdammst du die Seele zur Hölle. Da sagte Bartholomäus: O Meister! Wird die Herrlichkeit des Paradieses für alle Menschen gleich sein? Wenn gleich, dann wäre es nicht gerecht; wenn aber nicht gleich, dann werden die Geringeren den Größeren neidisch sein. Jesus antwortete: Sie wird nicht gleich sein, denn Gott ist gerecht, und jeder wird zufrieden sein, denn Neid gibt es dort nicht. Zu der Stunde sagte der, der dies schreibt (Barnabas selbst): O Meister! Hat das Paradies Sonnenlicht wie diese Welt?
-- Jesus antwortete: O Barnabas! Gott hat es mir so gesagt: Die Welt, in der ihr Sünder wohnt, hat die Sonne, den Mond und die Sterne als Schmuck zu eurer Wohlfahrt und Freude, denn ich habe sie geschaffen. (…)
-- Jesus sagte: Diese Kenntnis des Paradieses sei euch genug.
-- Bartholomäus sagte wieder: Meister hab Geduld, wenn ich dich um noch ein Wort bitte. Jesus erwiderte: Sag mir, was du wünschest. Bartholomäus sagte: Das Paradies muss bestimmt groß sein, damit es ihm so große Güter gibt. Jesus sagte: Das Paradies ist so groß, dass kein Mensch es messen kann. Ich sage dir: Wahrlich, es gibt neun Himmel, zwischen denen sich die Planeten befinden. Sie sind voneinander fünfhundert Wegjahre entfernt, und auch die Erde ist vom ersten Himmel 500 Wegjahre entfernt ...“ 259
Man sieht: der oder die Verfasser hatten eine umfassende religiöse und allgemeine Bildung, trotz geringer historischer Irrtümer (nach den Maßstäben heutiger Wissenschaft) wirken die Texte lebensecht, „evangelisch“, erst recht, wenn wir sie an der Bibelkenntnis des 16. und 17. Jh. messen.260
HAGERTY, Miguel José:
 Los Libros Plumbeos del Sacromonte.
 Peligros (Granada): Comares 1998, 345 S., Abb.
Geschichtlich gehört dieses Barnabas-Evangelium in den Umkreis der pro-islamischen Schriften aus dem Granada der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, erfasst von „Morisken“, also von Muslimen, die offiziell als Christen leben mussten.
Es sind lauter „Fälschungen“ in dem Sinne, dass ihre Verfasserschaft fälschlich Personen zugeschrieben wird, sei es des islamischen Anfangs auf der iberischen Halbinsel im 8. Jahrhundert, sei es der christlichen Anfänge in Hispanien im ersten Jahrhundert: 
falsche Chroniken wie die von Miguel de Luna 261, oder das Dokument vom Torre Turpiana (Turpiana-Turm) oder die Bleiernen Bücher von Sacromonte, die den ersten Christen von Granada zugeschrieben werden.262

Redaktionelle Zwischenbemerkung:
Die Texte erwähnen ein sonst nicht bezeugtes ungewöhnliches „Konzil von Zypern“: Die Apostel zusammen mit der Jungfrau Maria (von dort sei das Evangelium des Barnabas ausgegangen), so dass jenes Konzil von höherer Autorität als die ökumenischen christlichen Konzilien und die Schriften jedes einzelnen Apostels gewesen wäre. Der Apostel Barnabas stammt aus Zypern, war Bischof und Patron der Insel; sein Grab wurde im 4. Jahrhundert entdeckt, auf der Brust lag dem Heiligen ein Evangelium (das des Matthäus nach orthodoxer Überlieferung). All das macht die Verbindung der Bewegung von Granada mit jenem „falschen“, auch so islamischen Evangelium glaubhaft.
CARO BAROJA, Julio:
Los moriscos del Reino de Granada.
Coleccion Fundamentos 50,
Madrid: Istmo 1991, 
4. Aufl., 285 S.
Das Barnabas-Evangelium dürfte im Exil der Morisken verfasst worden sein, vermutlich als arabisches Original, samt Übersetzung ins Italienische und Spanische, um es wahrscheinlicher zu machen und den Verdacht der spanischen Autoritäten in Granada zu zerstreuen.263
Man hat dieses Ausnahme-Evangelium als „das Evangelium des Islam“ bezeichnet, genauer definiert Henry Corbin es als das „Evangelium nach dem Islam“.264 Ich sage lieber: „Ein Evangelium gemäß dem Islam“: Es ist nicht das koranische Evangelium (ein solches wäre vermutlich wie der Koran selbst), noch ist es wie die christlichen Evangelien mit ihren total anti-islamis interpretierten Botschaften, sondern es ist ein Evangelium im Stil der christlichen Evangelien, aber mit islamischem Inhalt und in Übereinstimmung mit dem Koran. Es ist kein synkretistisches Mischevangelium, sondern wie andere Moriskentexte auch wurde es innerhalb der spanischen Gesellschaft des 16. Jahrhunderts von Menschen verfasst, die zugleich Muslime und offiziell, gezwungenermaßen Christen waren. So ist es ein Evangelium, eine Jesus-Biografie mit islamischer Botschaft und christlich-literarischer Form. 
GARCIA ARENAL, Mercedes: Los Moriscos.
 Universidad de Granada
1996, XXVII, 284 S.
Edición Facsimile
Jesus tritt darin so auf, wie ihn auch der Koran und andere islamische Texte zeigen: in erster Linie als Prophet vor Mohammed, sein Vorläufer, der seine Ankunft und den Koran voraus verkündet, Gottes heiliges Buch und endgültige Botschaft.265 Die folgende Stelle des Barnabas-Evangeliums lässt Jesus bei seinem Gespräch mit der Samariterin das künftige Kommen des wahren Messias-Heilands, Mohammeds, ankündigen:266
„Die Frau sagte: Wir warten auf den Messias,
und wenn er kommt, wird er uns lehren.
Jesus sagte: Weißt du,
dass der Messias kommen wird?
Sie antwortete: Ja, Herr.
Da freute sich Jesus und sagte: O Frau, wie ich sehe, bist du gläubig; wisse denn, dass im Gesetz des Messias jeder Gott erwählte Mensch erlöst wird, und so ist es notwendig, dass du von der Ankunft des Messias weißt.
Die Frau sagte: O Herr, wenn du der Messias wärest!
Jesus sagte: Wahrlich, ich bin zum Hause Israel gesandt als Prophet des Heils. Aber nach mir wird der Messias kommen, von Gott zur ganzen Welt gesandt, für ihn hat Gott alles gemacht, und so wird Gott von der ganzen Welt angebetet werden und seine Barmherzigkeit solcher Art spenden, dass das Jubeljahr alle hundert Jahre durch den Messias auf jedes Jahr und jeglichen Ort erweitert wird.“267

Der Jesus des Barnabas-Evangeliums ist ein vollständiges Jesusbild von Muslimen für Christen, und zwar innerhalb der unterdrückerischen Koordinaten der spanisch-katholischen Gesellschaft. Es ist kein koranisches Bild, entfernt sich aber nicht im Mindesten von der islamischen Rechtgläubigkeit. Es ist ein originelles, vollständig islamisch-christliches Jesusbild, muslimische Kopie des christlich-evange­lischen Bildes. Es ist ein im Grunde islamisches, in der Form verchristlichtes Bild, das einzige, das die spanischen Muslime bekennen konnten, die vor den Augen ihrer katholischen Mitbürger im Spanien der Habsburger wie Christen zu leben gezwungen waren. Es war ihre katholische Form des islamischen Glaubens an den Jesus des Islam, im 16. und 17. Jahrhundert, auf Spanisch und Italienisch bis in unsere Tage bewahrt.268

Anmerkungen       
250.           vgl. Suren 3,3,48.65; 5,46.66.68.110; 7,157; 9,111; 48,29; 57,27.
251.           Die älteste bekannte Erwähnung dieses Textes ist z.Zt. ein unediertes Manuskript in Kastilisch, das in der Nationalbibliothek von Madrid aufbewahrt wird (Nr. 9653, Folio 178); vgl. R. CARDAILLAC: Morisques et Chrétiens. Un affrontement polémique (1492-1640). Paris 1977 (spanisch: Madrid 1979). Vgl. weiterhin: M. de EPALZA: Le milieu hispano-moresques de l’Évangile de Barnabé (XVIe-XVIIe siècles). Islamochristiana (Rom), aaO S. 158-183, bes. S. 177-178 sowie die Forschungen von L.F. BERNABÉ PONS.           
Vgl. die deutsche Ausgabe: DAS BARNABAS-EVANGELIUM. Wahres Evangelium Jesu, genannt Christus, eins neuen Propheten von Gott gesandt gemäß dem Bericht des Barnabas, seines Apostels. Ins Deutsche übersetzt und herausgegeben von Safiyya M. LINGES. Bonndorf. Turban 1994.
252.           Das einzige erhaltene Manuskript unter dem Namen „Evangelium des Apostels Barnabas“ befindet sich in Sydney. L.F. BERNABÉ PONS hat es herausgegeben: El texto morisco del Evangelio de San Bernabé. Granada 1998, beschrieben und wissenschaftlich bearbeitet in: El Evangelio de San Bernabé. Un evangelio islámico español. Alicante 1995 und in einer kürzeren Zusammenfassung auch auf Deutsch in:              
Hg.: R. KIRSTE / P. SCHWARZENAU / U. TWORUSCHKA (Hg.): Wertewandel und religiöse Umbrüche. Religionen im Gespräch, Bd. 4 (RIG 4), Balve 1996, S. 133-188, dort unter dem Titel: „Zur Wahrheit und Echtheit des Barnabasevangeliums“.
253.           Fotografische Edition mit englischer Übersetzung und Recherche durch: L.&L. RAGG: The Gospel of Barnabas. Edited and translated from the Italian Manuscript in the Imperial Library of Vienna. Oxford 1907. Alle Übersetzungen in moderne Sprachen berufen sich auf diese Ausgabe, so auch die spanische Übersetzung von M.A. ANZALDÚA-MORALES (1994), vgl. dazu die Rezensionen von L.F. BERNABÉ PONS in Islamochristiana (Rom), Vol. 22 (1998), S. 302-303.
254.           s. M. de EPALZA: Sobre un posible autor español del Evangelio de Barnabé. Al-Ándalus (Madrid), Vol. XXVIII (1963), S. 479-491; Le Milieu hispano-moresque ..., y San Bernabé. Awrâq (Madrid), Vol. XVII (1996), S. 121-133 und bibliografisch sehr ausführlich J. SLOMP: The Gospel of Barnabas in recent research. Islamochristiana (Rom), Vol. 21 (1998), und L.F. BERNABÉ PONS, op. cit.
255.           Vgl. Abschnitt 3.7.2: Jesus, Al-Masih, im arabischen und Mohammed, der Messias, im europäischen Sprachraum.
256.           Zu den verschiedenen Namen: Mohammed, Muhammad, Mahomet usw. vgl. M. de EPALZA: Los nombres del Propheta in la teología musulmana. Miscelánea Comillas (Madrid), Vol. XXXIII/63 (1975), S. 149-203.
257.           L.F. BERNABÉ PONS: El Evangelio de San Bernabé ..., S. 206
und die sich auf Sure 61,6 und Joh 16,6-10.13-14 berufende Prophezeiung.
258.           L.F. BERNABÉ PONS: El texto morisco del Evangelio ..., S. 88ff.
259.           Ebda., S. 260-266 und: El Evangelio de San Bernabé ..., Abschnitte 168-178.
260.         Details bei J. JOMIER: L’Evangile de Barnabé. Mélanges de l’institut Dominicain d’Études Orientales
(Kairo), Vol. 6 (1959-1961), S. 137-166 und: „Une énigme persistante: L’Évangile de Bernabé“. Mélanges ...
Vol. 14 (1980), S. 271-300; ebenfalls J. SLOMP, op. cit. In diesen Zusammenhang gehören auch die „Dokumente“ zum Sacromonte in Granada.
261.           s. F. MÁRQUEZ VILLANUEVA:
El problema morisco (desde otras laderas).
Madrid 1991, S. 45-97.
262.       Vgl. die entsprechenden ausführlichen Bibliografien: Miguel José HAGERTY: Los Libros Plúmbeos del Sacromonte. Madrid 1988 / Granada 1998; C. ALONSO: Los apócrifos de Sacromonte (Granada). Estudio histórico. Valladolid 1979; J. CARO BAROJA: Las falsificaciones de la Historia (en relación con la de España).
Madrid 1992, S. 113-143.           
Am Aktuellsten: Manuel BARRIOS AGUILERA / Mercedes GARCÍA ARENAL (eds.):
¿La historia inventada? Los libros plúmbeos y el legado sacromontana. Editorial Univesidad de Granada 2008. Rezension in: Archivo Teológica Granadino Vol. 72 (2009), S. 262-263.   
Der Disput über die Authentizität der „Bleiernen Bücher“, die vom Vatikan am Ende des 17. Jh.s negativ entschieden wurde, geht jedoch im 20./21. Jh. weiter.
263.           Vgl. die reichhaltige Bibliografie über muslimische Texte in Spanisch: L.F. BERNABÉ PONS: Bibliografía de la literatura aljamiado-morisca. Alicante 1992. Vgl. auch P.S. van KONINGSVELD / Q. AL-SAMARRAI/ G. WIEGERS: Ahmad Ibn Qasim Al-Hajari (gest. nach 1640). Kitab Nasir al-din `ala `l-qawm al-kafirin (the supporter of religion agianst the infidel). Madrid 1997 und die Texte von L. CARDAILLAC, op. cit.
264.           L. CIRILLO / M. FRÉMAUX: Évangile de Barnabé. Recherches sur la composition et l’origine. Texte et traduction. Paris 1977, in seinem Vorworrt zur Übersetzung und Studie des italienischen Textes: S. 5:
L’Évangile après l’Islam.
265.           s. M.J. HAGERTY, op. cit., S. 317.
266.           L.F. BERNABÉ PONS: El texto morisco ..., S. 158; Text des „Evangelio de Barnabé“, Kap. 82.
267.           Vgl. im Buch 3.7.2: Jesus, Al Masih ...
268.           L.F. BERNABÉ PONS hat gerade für diesen Bereich
entscheidende Forschungsergebnisse vorgelegt.

Vgl. Míkel de Epalza: 
García Gómez und die Autorschaft des Barnabas-Evangeliums 
In: Reinhard Kirste / Paul Schwarzenau / Udo Tworuschka (Hg.):
Hoffnungszeichen globaler Gemeinschaft. Religionen im Gespräch, Bd. 6 (RIG 6).
Balve: Zimmermann 2000, S. 85-97


Auszug aus dem Buch von Míkel de Epalza
Jesus zwischen Juden, Christen und Muslimen.
Interreligiöses Zusammenleben auf der Iberischen Halbinsel (6.-17. Jahrhundert).

Herausgegeben im Auftrag der Interreligiösen Arbeitsstelle (INTR°A) von Reinhard Kirste.
Frankfurt/M.: Lembeck 2002, S. 146-153

Überarbeitet mit aktualisiertem Vor- und Nachwort von Reinhard Kirste, ergänzt durch einen Nachruf auf Míkel de Epalza durch Luis Bernabé Pons, übersetzt aus dem Spanischen von Helene Büchel. 
Als PDF-Datei neu herausgegeben durch die InterReligiöse Bibliothek (IRB) 2012
 - 
Download: hier


Vgl. auch: Die Iberische Halbinsel nach 1492 unter christlicher Herrschaft: Mudejaren und Morisken
CC